SPD Kiel: Schulen nach Ostern schrittweise wieder öffnen und Konsequenzen für die digitale Lehre ziehen

Die SPD Kiel fordert eine schrittweise Öffnung der Kieler Schulen nach den Osterferien, um Schülerinnen und Schülern eine Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfungen zu ermöglichen und langsam zu einem normalen Betrieb zurückzukehren. Außerdem sollen konkrete Konsequenzen aus den Erfahrungen mit digitaler Lehre gezogen werden.

Schulhof der Kaethe-Kollwitz-Schule
Bild: Siegbert Brey

„Die Corona-Pandemie hat auch die Kieler Schulen in den letzten Wochen vor große Herausforderungen gestellt. Wir bedanken uns bei allen Schulleitungen, Lehrkräften und beim Schulamt sowie der Dezernentin Renate Treutel für ihren schnellen und pragmatischen Umgang damit. Dies war keine leichte Aufgabe, zumal vom Land nur bedingt hilfreiche Informationen und Maßgaben kamen,“ erklärt Gesine Stück, Vorsitzende der SPD Kiel.

Fürs Abi in die Schule

„Nun ist es aber an der Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, wie es nach den Osterferien weitergehen kann. Hier fehlen bisher klare Ansagen vom Bildungsministerium! Wir fordern, dass die Schulen nach den Ferien schrittweise wieder öffnen. Dies ist aus zwei Gründen wichtig: Zum einen, um denjenigen Schülerinnen und Schülern, die in diesem Jahr ihren Schulabschluss machen wollen, geeignete Räumlichkeiten zur Prüfungsvorbereitung zur Verfügung zu stellen. In Hamburg wird dies bereits umgesetzt. Warum ermöglicht Schleswig-Holstein dies den Schulen nicht durch entsprechende Rahmenbedingungen? Zum anderen müssen wir insbesondere den jüngeren Schülerinnen und Schülern ermöglichen, bald wieder in die Schulen zu gehen, da E-Learning-Angebote für sie besonders schwierig umzusetzen sind. Dabei müssen natürlich die nötigen gesundheitlichen Schutzmaßnahmen beachtet werden. Dies gilt insbesondere auch für die Lehrkräfte, die hier einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Es muss berücksichtigt werden, dass so nicht alle Lehrkräfte gleichermaßen wieder ihre Arbeit in der Schule aufnehmen können,“ so Stück weiter.

Großer Bedarf für digitale Infrastruktur

Ihre Stellvertreterin Christina Schubert fordert: „Unabhängig davon müssen wir die Lehren aus den Erfahrungen der letzten Wochen ziehen, insbesondere was die Ausstattung der Schulen, Lehrkräfte und Lernenden mit digitaler Infrastruktur betrifft. Es hat sich deutlich gezeigt, dass hier nach wie vor große Bedarfe bestehen. Als Kommune können wir dies aber nicht Schultern. Deswegen muss das Land Schleswig-Holstein nun – wie die anderen Nordländer auch – den Eigenanteil der Kommunen für Gelder aus dem Digitalpakt Schule endlich übernehmen. Außerdem müssen die Softwarelösungen verbessert werden, sodass den Lehrkräften ein Instrument an die Hand gegeben wird, das eine direkte Kommunikation mit den Schüler*innen ermöglicht, z.B. in Form von Videosprechstunden. So können sich auch in Krisenzeiten Schüler*innen und Lehrer*innen gut vernetzen und vor allem Prüfungsjahrgänge besser auf ihre Abschlüsse vorbereitet werden.“

Landeseinheitliche Softwarelösungen

Tobias Friedrichs, schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, ergänzt: „Kiel als Schulträger wäre in der Lage, viele dieser Punkte umzusetzen, wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen vom Land gegeben werden. So wäre es beispielsweise absolut sinnvoll, endlich die Softwarelösungen landesweit zu vereinheitlichen, sodass die Stadt ihre Unterstützung effektiv anbieten und gewährleisten könnte.“