SPD Kiel: Tickets für Schüler*innen- und Azubi billiger machen

Bus von innen
Bild: Free-Photos / pixabay

Die SPD Kiel hat auf ihrem Kreisausschuss im Dezember 2019 die ersten konkreten Schritte auf dem Weg zu günstigeren ÖPNV-Ticketpreisen beschlossen. Dabei ist klar, dass die Ticketvergünstigungen nach sozialen Aspekten gestaffelt werden müssen.

Mobilität muss man sich leisten können

„Das Ziel ist klar: Wir wollen perspektivisch Monats- und Abotickets der KVG, die einem 1-Euro-Ticket entsprechen. Doch das ist momentan finanziell nicht umsetzbar, deswegen ist es wichtig, Prioritäten und die Reihenfolge der Schritte dorthin festzulegen,“ erklärt Christina Schubert, stellvertretende Kreisvorsitzende. „Wenn wir über die Ticketvergünstigungen sprechen, dann hat dies natürlich eine ökologische Komponente. Wir wollen, dass mehr Menschen auf den Umweltverbund umsteigen und ihren PKW stehen lassen, um weniger Emissionen zu produzieren. Aber es ist auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, dass alle Menschen sich die Teilhabe an öffentlicher Mobilität überhaupt leisten können.“

Aboticket für Schüler*innen und Azubis günstiger machen

für „Momentan beträgt der Anteil des ÖPNV am Verkehr insgesamt in Kiel 10 Prozent. Das ist viel zu wenig! Unser Ziel sind mindestens 25 Prozent bis 2035“, erläutert Max Dregelies, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. „Als ein Beispiel in der Diskussion um das 1-Euro-Ticket wird immer wieder Wien angeführt, das dieses Ticket bereits 2012 eingeführt hat. Wenn man sich die Zahlen genauer anguckt, dann stellt man fest, dass sich der Anteil des ÖPNV am Verkehr insgesamt nicht erhöht hat. Offensichtlich bewirken günstige Ticketpreise nicht notwendigerweise den Umstieg vom Auto auf den Bus. Wenn wir etwas für den Klimaschutz tun wollen, dann müssen wir den ÖPNV attraktiver gestalten. Dazu gehört für uns eine höhere Taktung der Busse, vor allem auch nachts, moderne Fahrzeuge mit Hybridantrieb und WLAN Ausstattung, eigene Busspuren, sodass ein schnelles Vorankommen gesichert ist und perspektivisch auch bessere Verzahnung der verschiedenen Verkehrsmittel.“

Familien entlasten

„Doch auch die Preissenkung wollen wir vorantreiben, nur eben vor allem aus sozialpolitischem Blickwinkel. Deswegen wollen wir als erstes das Ticket für Kinder und Jugendliche, Schüler*innen und Azubis von momentan 47,50 Euro auf 30 Euro monatlich senken und das entsprechende Jahresticket von 501,84 Euro auf 300 Euro. Kinder und Jugendliche haben kein eigenes Einkommen, wir entlasten also Familien maßgeblich. Insbesondere Alleinerziehende sind in Deutschland dreimal häufiger von Armut bedroht als andere. Da machen 17,50 Euro im Monat oder 200 Euro im Jahr im Portemonnaie mehr einen großen Unterschied. Gleiches gilt für Azubis, die als Geringverdiener besondere Unterstützung verdient haben“, so Schubert.

Kurzstreckenticket erweitern

„Als weitere Maßnahmen wollen wir prüfen lassen, ob das Kurzstreckenticket um eine weitere Station auf insgesamt sechs Haltestellen erweitert, sowie ein 120-Minuten-Ticket eingeführt werden kann. Damit wollen wir vor allem die Innenstadt entlasten und es einfacher und günstiger machen, dort mit dem Bus hinzukommen. Insbesondere auf kurzen Strecken sollte das Auto möglichst stehen gelassen werden!“, ergänzt Dregelies.
„In unserem Vorschlag kommen auf die Stadt etwa 1 bis 1,5 Mio. Euro zusätzliche Kosten im Jahr zu. Bei einer Einführung des 1-Euro-Tickets für alle würden sich die Kosten auf rund 17 Mio. Euro belaufen. Das ist im Kieler Haushalt momentan nicht abbildbar – unser Vorschlag allerdings schon! Uns ist es wichtig, realistische Forderungen aufzustellen, die auch finanzierbar sind. Diese werden wir nun in die Gremien im Rathaus einbringen, um zum 1. Januar 2021 eine echte Entlastung für die Kieler Familien herbeizuführen!“, so Dregelies und Schubert abschließend.

Hier geht’s zum Beschluss der SPD Kiel