Zum IDAHOBIT: Recht und Politik müssen aufholen

Symbolbild Diversität
Bild: GDJ / pixabay

Der IDAHOBIT (Internationaler Tag gegen Homophobie, Transphobie, Biphobie und Interphobie) ist ein wichtiger internationaler Aktionstag, an dem auf die politische, strukturelle und gesellschaftliche Diskriminierung von Homo- und Bisexuellen, Transpersonen und Intersex-Menschen weltweit aufmerksam gemacht wird.

Einerseits ist dies eine gute Gelegenheit, um auf die vielen guten Entwicklungen der letzten Jahre in Kiel aufmerksam zu machen. Der Verein HAKI e.V. ist gewachsen und der Christopher-Street-Day wird ein immer wichtigeres Ereignis – die Solidarität und das Bekenntnis für Vielfalt und Toleranz ist in Kiel Selbstverständlichkeit. Dazu gehört, dass an mehreren Stellen Projekte und Institutionen gefördert werden, die diese Selbstverständlichkeit noch weiter verankern. Wir sind dabei, auch im Verwaltungshandeln unsere Sprache noch stärker darauf auszurichten und setzen uns zum Beispiel für eine gendergerechte Sprache in der Verwaltung ein.

Andererseits ist der IDAHOBIT auch ein Tag, an dem wir an all das erinnern müssen, was noch falsch läuft. Viele Menschen sind auch heute noch Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Identität oder Orientierung ausgesetzt, bei alltäglichen Schikanen oder bei abfälligen Bemerkungen sind wir alle aufgefordert, uns auch im Kleinen solidarisch zu zeigen. Die gesetzliche Gleichstellung insbesondere von lesbischen Frauen in der Ehe für alle ist noch ein offener Punkt und wir warten schon viel zu lange auf eine menschenrechtskonforme Erneuerung des Transsexuellengesetzes.

Es bleibt noch viel zu tun. Wie auch schon bei der Ehe für alle ist die gesellschaftliche Entwicklung schon weiter als Rechtsprechung und Politik – diese Lücke müssen wir zügig schließen und mit den progressiven Kräften in unserer Gesellschaft zusammenarbeiten.

Der IDAHOBIT (früher IDAHO bzw. IDAHOT) wird seit 2005 jährlich als Aktionstag am 17. Mai begangen. Das Datum erinnert daran, dass am 17.05.1990 die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschlossen hat, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten zu streichen. Seitdem wurde der Aktionstag erweitert auf Trans-, Bi- und Intersexuelle. Transsexualität wurde erst 2018 von der WHO aus dem Diagnoseschlüssel entfernt.

Dies erklären anlässlich des Aktionstags IDAHOBIT (Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie, Biphobie und Interphobie) am 17. Mai die Sprecherin für Diversität/Vielfalt Anna-Lena Walczak (SPD), Jessica Kordouni (Bündnis 90/Die Grünen) und Christina Musculus-Stahnke (FDP).

Anna-Lena Walczak