Schulmittagessen

Die Entscheidung der Landesregierung, rückwirkend zum Schuljahresbeginn 2018/19 den Eigenanteil für bedürftige Grund- und Förderschüler*innen zu übernehmen, ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Wir begrüßen diese Entscheidung sehr, wünschen uns aber natürlich, dass die Landesgelder für alle anspruchsberechtigten Schüler*innen ausreichen würden.

In Kiel gibt es rund 13.000 Kinder, deren Familien – ergänzend zu den Mitteln für die Mittagessensversorgung an Schulen aus dem Bildungs- und Teilhabegesetz – einen Euro Eigenanteil an den Essenskosten übernehmen müssen. Da vielen Familien selbst dieser Eigenanteil schwerfällt, springt seit Jahren die Stiftung „Bildung macht stark“ ein und übernimmt unter dem Motto „Mach Mittag“ den Eigenanteil dieser Familien.

Da der Bedarf seit Jahren stetig ansteigt, musste das Kuratorium der Stiftung ab dem Schuljahr 2017/18 den Empfängerkreis einschränken, da die Spendengelder nicht mehr für alle Kinder ausreichten. So wurden zwar in 2018 bisher rund 130.000 Euro Spendengelder verzeichnet, auf der anderen Seite wurden aber bereits 250.000 Schulmahlzeiten mit je 1 Euro unterstützt. Daher wurden seit dem vergangenen Schuljahr nur noch die 2.000 Grund- und Förderschulkinder mit dem 1 Euro pro Mahlzeit unterstützt. Rund 2.000 Schüler*innen aus weiterführenden Schulen mussten abgewiesen werden.

Kurzfristig könnte die Stiftung nun für die älteren Kinder einspringen, das bleibt aber eine Entscheidung des Kuratoriums. Langfristig bleibt zu hoffen, dass eine bundesweite Regelung diesen Flickenteppich beendet.

Da in Kiel bereits alle Daten des Empfängerkreises gut aufbereitet vorliegen und das Abrechnungsverfahren mit den Caterern bereits gut läuft, ist die Antragstellung nach Auskunft der Verwaltung einfach und kann kurzfristig dem Land vorgelegt werden. Die Verwaltung rechnet für Kiel mit einer Summe von etwa 220.000 bis 250.000 Euro pro Jahr.

Dies erklären die schulpolitischen Sprecher*innen Tobias Friedrichs (SPD) und Andrea Hake (Bündnis 90/Die Grünen) sowie der Vorsitzende des Schul- und Sportausschusses, Christian Ziesmann (FDP).