Postdienstleistungen erhalten

Die Ratsversammlung spricht sich für einen Erhalt der Postdienstleistungen in Kiel mindestens auf dem jetzigen Niveau aus. Deshalb wird die beabsichtigte Schließung der Postfiliale in der Wrangelstraße abgelehnt. Ein weiteres Ausdünnen der Post-Infrastruktur und der Ersatz weiterer Filialen durch kleinere Partner-Filialen darf nicht erfolgen.

In diesem Zusammenhang wird der Oberbürgermeister gebeten, folgende Schritte einzuleiten:
1. Mit der Deutschen Post DHL Group und der Deutschen Postbank AG wird Kontakt aufgenommen mit dem Ziel, dass sich die Deutsche Post DHL Group nicht weiter aus der flächen-deckenden Versorgung zurückzieht bzw. die Partner-Filialen mit der Deutschen Postbank AG erhalten bleiben.
2. Prüfung einer Beschwerde oder Eingabe bei der Bundesnetzagentur bzgl. der Aufrechterhaltung der Universaldienstleistungen im Kieler Stadtgebiet für alle Kielerinnen und Kieler. Insbesondere soll geprüft werden, ob in ausreichendem Maße Postdienstleistungen barrierefrei angeboten werden.
3. In den kommunalen Interessenverbänden wird eine Diskussion angestoßen, wie das deutsche Postgesetz (PostG) sowie die Post-Universaldienstleistungs-Verordnung (PUDLV) reformiert und an die heutigen Anforderungen angepasst werden kann. Ziel muss sein, dass Postdienstleistungen vollumfänglich, barrierefrei sowie von qualifiziertem und entsprechend entlohntem Personal flächendeckend angeboten werden. Neben den gesetzlichen Vorgaben soll die Deutsche Bundesregierung als staatliche Anteilseignerin der Deutsche Post DHL Group darauf Einfluss nehmen, dass das Kerngeschäft auf dem deutschen Markt in diesem Sinne nicht weiter ausgedünnt wird.

Zu Mitte Mai soll die Filiale der Deutschen Postbank AG in der Wrangelstraße schließen und entsprechend auch die Filiale der Deutschen Post DHL Group nicht weiter betrieben werden. Als Ersatz wurde eine viel kleinere Partner-Filiale angekündigt, obwohl in der Filiale in der Wrangelstraße bereits jetzt die Nachfrage nach Postdienstleistungen nur mühsam befriedigt werden konnte.

Der breite Widerstand von Nachbarinnen und Nachbarn in den Stadtteilen Düsternbrook, Brunswik und Ravensberg gegen die Schließung der Postfiliale in der Wrangelstraße hat eine Diskussion angeregt, wie stark Postdienstleistungen aus der Fläche verschwinden.

Die Ratsversammlung spricht sich für ausreichend Postfilialen aus, in denen alle wichtigen Leistungen angeboten werden. Diese Filialen müssen auch barrierefrei zugänglich sein.

Dieses Thema ist von bundesweitem Interesse und führt bereits in mehreren Kommunen und Städten zu Diskussionen. Deshalb sollen sich die kommunalen Interessenverbände für eine angemessene Versorgung in Städten und Gemeinden einsetzen. Da die Deutsche Post DHL Group zuletzt Rekordgewinne verzeichnet hat und das Paket-Geschäft dank des boomenden Online-Handels stark wächst, ist eine umfangreiche Versorgung nicht nur als notwendige Daseinsvorsorge geboten sondern auch wirtschaftlich möglich.

Ratsherr Benjamin Raschke
SPD-Ratsfraktion

Ratsherr Marcel Schmidt
SSW-Ratsfraktion