Entwicklung Aktionsplan Schulhöfe für Kieler Schulen

Der Oberbürgermeister wird gebeten, einen „Aktionsplan Schulhöfe“ mit folgenden Schwerpunkten für ein umfassendes Maßnahmen-Konzept bis zur Sitzung des Schul- und Sportausschusses im September im Entwurf vorzulegen:
1. Darstellung der baulichen Situation der Schulhöfe an den Kieler Schulen. Priorisierung der Herstellung und Instandsetzung qualifizierter und gemäß Aktionsplan qualitativ hochwertiger Schulhofgestaltung an allen Kieler Schulen mit nachvollziehbarem Zeitplan. Dabei ist ein nachhaltiges Gesamtkonzept zu erstellen, das auf offenen und transparenten Kriterien basiert.
Richtlinie für die zeitnahe und qualifizierte Erstellung bzw. Wiederherstellung von Spiel- und Erholungsflächen auf Schulhöfen grundsätzlich an allen Schulstandorten. Bei allen Baumaßnahmen analog zu der existierenden Schulbauplanung soll zeitgleich mit diesen Baumaßnahmen eine entsprechende Planung erfolgen.
2. Festlegung von grundlegenden Standards für die Lern-, Erfahrungs- und Aufenthaltsqualität Kieler Schulhöfe. Dabei sind bewegungsfördernde und kreative Elemente ebenso zu berücksichtigen wie pädagogische Angebote (z.B. Schulgarten, Freiluftklassenzimmer u.a.) oder Nachhaltigkeitsaspekte. Bei der konkreten Planung sind vorrangig die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte einzubeziehen, darüber hinaus auch die Ortsbeiräte und eventuell ansässige Betreuungseinrichtungen (Zugänglichkeit und Nutzung außerhalb der Unterrichtszeiten, vgl. Punkt 4). Die Schulhöfe sollen naturnah gestaltet und die Möglichkeiten zur Entsiegelung genutzt werden, um Naturerleben zu ermöglichen.
3. Konzeptentwicklung für die (Teil-)Nutzung und Zugänglichkeit von Schulhöfen als Bewegungsraum von Kindern außerhalb der festgelegten Schulzeiten, in Abstimmung mit dem Konzept der LHK zur Spielleitplanung.
4. Bereitstellung der personellen und finanziellen Ressourcen zur Umsetzung des Aktionsplanes Schulhöfe.

Schulhöfe sollen als bedeutender Lernort für Kinder ihrer Bedeutung entsprechend aufgewertet und besser genutzt werden können.
Mit einem Aktionsplan Schulhöfe will die Landeshauptstadt Kiel als Schulträger dieser besonderen Verantwortung für den Erfahrungs- und Lernort Schule systematisch und verstärkt gerecht werden.

Schon in den 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre sind in Kiel viele Schulhöfe, begleitet von umfangreichen Beteiligungsprozessen, von reinen Betonwüsten zu naturnahen, abwechslungsreichen Aufenthaltsflächen umgestaltet worden. Auch aus der Kaufsumme des Möbel-Kraft-Geländes wurde ein Teil der „grünbegleitenden Maßnahmen“ in naturnahe Schulhofumgestaltung investiert.

Mit zunehmender Aufenthaltsdauer der Kinder an Schulen im Zuge des Ganztags-unterrichtes und der Verlagerung von Schulkindbetreuung an Schulen soll auch der Nutzungswert der Kieler Schulhöfe als Lern- und Erfahrungsort für Kinder gestärkt und als Aktionsort in die Möglichkeiten der Ganztagsbetreuung eingebunden werden.

Nach Unterrichtsschluss sind viele Schulhöfe leere, unzugängliche und ungenutzte Flächen, z.T. mitten in der Stadt. Schulen, Schulhöfe und die Mensen als „Räume im Stadtteil“ sollten in Zukunft verstärkt für die Nutzung durch Bürger*innen geöffnet und in die Stadtteile eingebunden werden.

Ratsfrau Beate Friedrichs-Heinemann
SPD-Ratsfraktion

Ratsfrau Andrea Hake
Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Ratsfrau Dr. Susanna Swoboda
SSW-Ratsfraktion