Ehrenamt anerkennen

Die Verwaltung wird gebeten, nach dem Vorbild der Stadt Flensburg ein „Konzept zur Anerkennung ehrenamtlich geleisteter Arbeit in der Landeshauptstadt Kiel“ zu entwickeln und – nach Unterrichtung des Innen- und Umweltausschusses, des Kulturausschusses, des Ausschusses für Schule und Sport, des Ausschusses für Soziales, Wohnen und Gesundheit, des Jugendhilfeausschusses sowie des Hauptausschusses – der Ratsversammlung noch in der laufenden Kommunalwahlperiode Umsetzungsvorschläge zu diesem Konzept vorzulegen.

Das Konzept soll eine Bestandsaufnahme (was findet bereits statt?) und Vorschläge zur Vertiefung der Anerkennung (was wären gute Ideen für die Zukunft?) enthalten. Bestandsaufnahme und Vorschläge sind in Zusammenarbeit mit dem Ehrenamtsbüro „nette kieler“, der Kreisarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände, dem Kieler Jugendring, dem Kreissportverband, dem Stadtfeuerwehrverband und den Hilfs- und Rettungsorganisationen zu entwickeln.

Die Erledigung des am 18. Mai 2017 beschlossenen Prüfauftrages für kostenfreies Parken bzw. kostenfreie oder ermäßigte Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (Drs. 0326/2017 und Drs. 0484/2017) sowie die Vorlage von Vorschlägen für Ermäßigungen für den Eintritt in städtische Schwimmbäder, Museen und Büchereien (Drs. 0529/2017) sind Teil der Umsetzung eines Anerkennungskonzeptes.

Wertschätzung und Würdigung der unbezahlten und zugleich unbezahlbaren ehrenamtlichen Arbeit sind unverzichtbar für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Die Anerkennung ehrenamtlicher Arbeit sollte dabei einen Bezug zur geleisteten Arbeit der oder des Einzelnen haben und diese oder diesen ansprechen (und nicht anonym sein), im angemessenen Verhältnis zur geleisteten ehrenamtlichen Arbeit stehen, ehrlich gemeint und als Dank ausgesprochen sein, in angemessenem Rahmen geschehen, der oder dem Einzelnen wirklich Freude bereiten und von jemandem ausgesprochen werden, die oder der diese Anerkennung glaubhaft und glaubwürdig übermittelt. Ehrungen wie am Internationalen Tag des Ehrenamtes (5. Dezember) oder die vom Ehrenamtsbüro „nette kieler“ organisierten Ehrenamtsmessen, Unterstützungen durch Ehrenamtskarten und Jugendleiter-Cards, und Fortbildungen für ehrenamtlich Engagierte können Bestandteil eines solchen Anerkennungskonzeptes sein. Die Umsetzungsvorschläge sollen sich mit Lücken in der Unterstützung ehrenamtlicher Arbeit befassen und diese, wo möglich, schließen.

Die kreisfreie Stadt Flensburg verfügt bereits über ein Konzept „Engagiert in Flensburg. Konzeptbaustein Anerkennungskultur. Bürgerschaftliches Engagement. Bestandsaufnahme und Empfehlungen“. Es soll für die Entwicklung eines Kieler Konzeptes als Vorbild genommen werden. Die Entwicklung des Konzeptes soll noch im Verlauf des Jahres 2017, die Vorlage erster Umsetzungsvorschläge zu den Beratungen des Haushaltsentwurfes für das Jahr 2018, jedenfalls aber noch in der laufenden Kommunalwahlperiode (bis zum 31. Mai 2018) erfolgen. Die Beratung des Konzepts und der jeweiligen Umsetzungsvorschläge in den im Antrag benannten Ausschüssen folgt den in der Hauptsatzung der Landeshauptstadt Kiel benannten jeweiligen Zuständigkeiten für unterschiedliche Ehrenämter.

Ratsherr Falk Stadelmann
SPD-Ratsfraktion

Ratsherr Marcel Schmidt
SSW-Ratsfraktion