Mit Sozialem Arbeitsmarkt Altersarmut verhindern


Benjamin RaschkeMit dem Schwerpunktthema Langzeitarbeitslosigkeit und Langzeitleistungsbezug ist der Sozialbericht, der heute dem Sozialausschuss vorgelegt wird, eine wichtige Grundlage für unsere kommunalpolitische Arbeit und zeigt die Notwendigkeit eines Sozialen Arbeitsmarktes. Mit einem Sozialen Arbeitsmarkt wird die dauerhafte Integration besonders benachteiligter Zielgruppen des Arbeitsmarktes in das Erwerbsleben sowie die soziale und berufliche Teilhabe von arbeitsmarktfernen Personengruppen beabsichtigt.

Die Erfahrungen von Sozialen Arbeitsmärkten im Bundesgebiet zeigen, dass insbesondere arbeitslose Alleinerziehende und ältere Arbeitslose profitieren können. Diese haben es auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer. Auch in Kiel beziehen seit Jahren circa 41 Prozent der Alleinerziehenden Transferleistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts. Fast alle Alleinerziehenden sind Frauen. Ihre Kinder machen einen erheblichen Anteil der wachsenden Kinderarmut in Kiel aus.

Auch die Zahl der Seniorinnen und Senioren in Armut steigt über die letzten Jahre und wird vorerst nur durch einmalige Effekte wie die Anhebung des Renteneintrittsalters und die Einführung der ‚Mütterrente‘ gedämmt. Gut 5.600 Menschen erhalten Grundsicherung im Alter, was 6,2 Prozent der über 65-jährigen in Kiel entspricht. Vor zehn Jahren betrug der Anteil noch 4,3 Prozent. Es wird erwartet, dass lückenhafte Erwerbsbiografien bei zukünftigen Rentnerinnen und Rentnern in den nächsten Jahren zu einem weiteren Anstieg führen werden.

Wir wollen dieser Entwicklung entgegenwirken und begrüßen daher die Diskussion um einen Sozialen Arbeitsmarkt, der diese Lücken verkleinern kann. Er kann ein sinnvolles Instrument sein, um mit Blick auf Alleinerziehende heute Kinderarmut und morgen Altersarmut zu verhindern. Darüber hinaus ist unser erklärtes Ziel, die Situation von Alleinerziehenden in Kiel zu verbessern sowie mit Blick auf Altersarmut präventive Maßnahmen zur Verhinderung zu entwickeln und gleichzeitig älteren Menschen mit geringem Einkommen Angebote zur gesellschaftlichen Teilhabe zu machen.

Dies erklären zur Situation von Alleinerziehenden und älteren Arbeitslosen die familienpolitischen SprecherInnen Mathias Rekasch (SPD) und Dr. Susanna Swoboda (SSW) und der Sprecher für Senior_innen Benjamin Raschke (SPD).