Stadt Kiel als familienfreundliche Arbeitgeberin

Der Oberbürgermeister wird gebeten, eine Strategie zu erarbeiten und darin Umsetzungsschritte zu skizzieren, wie die Landeshauptstadt Kiel ihre Potentiale als familienfreundliche Arbeitgeberin erfassen, optimieren und nach außen darstellen kann.
Dies ist in einer Geschäftlichen Mitteilung darzustellen. Erkenntnisse aus dem Strategieprozess der Stadtverwaltung sind dabei einzubeziehen.

1. Die Geschäftliche Mitteilung soll vor allem Auskunft geben zu folgenden Themenbereichen, die für die Familienfreundlichkeit der Stadtverwaltung als Arbeitgeberin und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf maßgeblich sind:

  • Themenbereiche Führung und Personalentwicklung
  • Arbeitsorganisation
  • Flexibilität von Arbeitszeit und Arbeitsort
  • Information, Kommunikation und Fortbildung
  • Spezielle Angebote für Beschäftigte wie Gesundheitsmanagement, Gehaltsvorschuss, Notfallbetreuung
  • Pflege von Angehörigen
  • Bedarfe der Beschäftigten

Sofern spezifische Angebote für Bedarfe in einzelnen Ämtern bestehen, sollen diese erläutert werden. Es ist außerdem darzulegen, welche Stellen der Stadtverwaltung keine flexible Arbeitszeitgestaltung zulassen. Gründe sind zu erläutern und Maßnahmen aufzuzeigen, wie den Bedürfnissen der Mitarbeiter_innen mit neuen Angeboten begegnet werden kann.

2. Die Geschäftliche Mitteilung soll darlegen, ob die Einrichtung einer Betriebskindertagesstätte möglich und wie groß der Bedarf ist. Darüber hinaus ist darzustellen, wie Räume zum Stillen in den verschiedenen Außenstellen ermöglicht werden können.

3. In der Geschäftlichen Mitteilung ist ein Marketingkonzept vorzustellen, mit dem die familienfreundlichen Angebote der Stadt Kiel bei den Mitarbeiter_innen beworben und möglichst einfach zugänglich gemacht werden können. Die Angebote sollen bei Stellenausschreibungen auf der Webseite und mit anderen Medien offensiv beworben werden.

Es ist sicherzustellen, dass die Angebote möglichst einfach und ohne große Hürden zugänglich gemacht werden können.
Die Geschäftliche Mitteilung soll in sechs Monaten vorgelegt werden.

Eine der größten Herausforderungen für Kommunen ist, neben der finanziellen Ausstattung, derzeit die Gewinnung, Entwicklung und langfristige Bindung von gut ausgebildetem Personal. In Zukunft wird sich diese Situation aufgrund des demographischen Wandels noch weiter verschärfen.

In immer mehr Familien möchten beide Elternteile arbeiten, aber gerne nach neuen gleichberechtigten Arbeitszeitmodellen und bei einer Arbeitgeberin, die es ihnen ermöglicht, familiäre und lebensphasenabhängige Bedürfnisse mit dem Berufsalltag in Einklang zu bringen. Studien belegen, dass die Frage der Vereinbarkeit von Familien und Beruf bei der Wahl eines neuen und bei der Bindung an den bisherigen Arbeitgeber eine immer wichtigere Rolle spielt.

In Zukunft wird in vielen Familien jenseits der Kindererziehungszeit auch das Thema Pflege von älteren Familienangehörigen drängender werden. Hier stehen die Kommunen untereinander und mit anderen Akteuren am Arbeitsmarkt in einem stärker werdenden Konkur-renzkampf um die besten Köpfe. In dieser Situation können Kommunen nicht nur mit entsprechend guter Entlohnung, sondern auch mit dem „weichen“ Standfaktor Familienfreundlichkeit punkten.

Familienfreundlichkeit erleichtert die Gewinnung neuer Mitarbeiter_innen, sie erhöht die Mitarbeiterzufriedenheit und damit die Produktivität innerhalb des Betriebes, verhindert die „innere Kündigung“. In der Folge verringern sich die Fluktuation, das Auftreten langer Fehlzeiten.

Ratsfrau Gesa Langfeldt
SPD-Ratsfraktion

Ratsfrau Andrea Hake
Ratsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Ratsfrau Dr. Susanna Swoboda
SSW-Ratsfraktion