Resolution zur alten Muthesius Kunsthochschule

Die Ratsversammlung begrüßt die Dynamik und Kreativität, die sich in den letzten Monaten auf der ehemaligen Fläche der Muthesius Kunsthochschule entwickelt haben. Die Gruppen der Alten MU Impulswerkstatt setzen sich vielfältig aus Projekten, Initiativen, Existenzgründer_innen und Kreativen zusammen und stärken das Bild einer lebendigen, kreativen Stadt.

Die Landesregierung ist in der Pflicht, sich nach der Zurverfügungstellung der Räumlichkeiten für die Gruppen der Alten MU Impulswerkstatt auch an der weiteren Entwicklung zu beteiligen. In der Zwischenzeit, nach dem Auszug der Muthesius Kunsthochhochschule und vor der vorgesehenen Folgenutzung der Fläche, sollen Land und Stadt gemeinsam die freien Räumlichkeiten den Gruppen der Alten MU Impulswerkstatt weiterhin zur Verfügung stellen. Die Ratsversammlung bittet daher die Muthesius Kunsthochschule sowie die Landesregierung, von einer Räumung der Gebäude abzusehen.

Die Ratsversammlung bekräftigt ihre Aufforderung an die Stadtverwaltung, auch an anderen Standorten Räumlichkeiten für kreative Initiativen zu suchen (Ds. 0809/2014).

Die Ratsversammlung fordert ferner die Landesregierung auf, sie dabei zu unterstützen, auf dem ehemaligen Gelände der Muthesius Kunsthochschule bezahlbaren Wohnraum schaffen zu können.

Nach dem Umzug der Muthesius Kunsthochschule in die Legienstraße hat diese im Jahr 2013 die leerstehenden Werkstätten und Seminarräume für kreative Projekte, wie z.B. Changemakerprojekte von Studierenden der Uni Kiel, zur Verfügung gestellt. Die Projekte, Gruppen und Unternehmen haben sich mittlerweile zum Verein ALTE MU Impulswerkstatt e.V. zusammengeschlossen und bereichern die Hochschulstadt und Kreativen Stadt Kiel mit vielen Aktivitäten und Angeboten.

Die Gruppen der ALTEN MU Impulswerkstatt tragen zur Entwicklung der vielfältigen Stadtgesellschaft Kiels bei, indem die Initiativen und Projekte mit dem Fokus auf sozialen Zusammenhalt und ökologische Nachhaltigkeit mit ihren Ideen gesellschaftlich relevante Themen in den Fokus rücken (bspw. Tauschen, Teilen und Upcycling statt Wegwerf-Gesellschaft), Impulse zur Stadtentwicklung gesetzt werden (bspw.Urban Gardening) und soziales Unternehmertum (social entrepreneurship) unterstützt wird. Außerdem werden Existenzgründungen aus den Hochschulen unterstützt und der Wissenstransfer in die Gesellschaft gefördert. Daher müssen sich die Landesregierung und die Landeshauptstadt Kiel gemeinsam um eine Verstetigung der Arbeit der Gruppen in Kiel bemühen. Als Übergangslösung für das ehemalige Gelände der Muthesius Kunsthochschule ist daher eine Nutzung der Gebäude für schulische Zwecke sowie für die Gruppen der ALTEN MU Impulswerkstatt sinnvoll.

Für Gruppen oder Unternehmen, die sich nach einer Startphase in der ALTEN MU Impulswerkstatt an anderer Stelle in Kiel ansiedeln und etablieren wollen oder die aufgrund von an-deren Raumbedarfen umziehen müssen, soll die Stadtverwaltung frühzeitig nach alternativen Räumlichkeiten im Kieler Stadtgebiet suchen.

Die Rathauskooperation von SPD, Bündnis 90 / Die Grünen und SSW hat in ihrem Kooperationsvertrag festgelegt: „Auf dem Gelände der ehemaligen Muthesius-Kunsthochschule sollen kostengünstige Wohnungen entstehen.“ Die Landesregierung als Eigentümerin des Geländes und der Gebäude wird daher gebeten, die Stadt bei der Umsetzung dieses Zieles zu unterstützen – beispielsweise durch entsprechende Kriterien beim Verkauf der Fläche.

Ratsherr Benjamin Raschke
SPD-Ratsfraktion

Ratsfrau Lydia Rudow
Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Ratsherr Marcel Schmidt
SSW-Ratsfraktion