Fachnewsletter Kiel gestalten: Konzepte zum Thema „Demografie“

Die Kieler SPD-Ratsfraktion hat sich für 2015 vorgenommen, einen Schwerpunkt auf das Thema „Demografie“ zu legen – denn alles kommunale Handeln sollte kontinuierlich auch darauf ausgerichtet werden, wie sich die Gesellschaft in der Zukunft zusammensetzt und wie sich die Lebensgestaltung ändert. Der Schwerpunkt „Demografie“ ist dabei gut eingebettet in vielfältige Diskussionen zur demografischen Zukunft in Schleswig-Holstein und im Bund.

Die demografische Entwicklung Kiels ist eine Entwicklung, die mit einigen Veränderungen, aber vor allem mit vielen spannenden Perspektiven für Kiels Zukunft verbunden ist. In den nächsten zwei Jahrzehnten wird die Kieler Bevölkerung im Schnitt um mehr als 10.000 Menschen anwachsen, gleichzeitig erhöht sich das Durchschnittsalter um ca. 2 Jahre. Die gestiegene Lebenserwartung führt dazu, dass beispielsweise der Anteil der über 80-Jährigen in diesem Zeitraum von 5% auf fast 7% steigen wird. Die städtischen Einrichtungen auf die Bedürfnisse einer älter werdenden Gesellschaft auszurichten, ist daher eine wichtige Aufgabe der nächsten Jahre. Zum demografischen Wandel gehört aber nicht nur der Blick allein auf Seniorinnen und Senioren – vielmehr stellt sich die Frage, wie bei einer geringer werdenden Zahl von Jugendlichen ihre Interessen gewahrt bleiben und ob nicht auch einige Mehrgenerationen-Projekte eine Antwort sein können.

Es lohnt sich auch ein Blick in die Stadtteile (siehe Infografik), denn die prognostizierte demografische Entwicklung ist vor Ort sehr unterschiedlich: Im Kieler Süden wird die Bevölkerung besonders stark zunehmen, ähnliches gilt in Stadtteilen wie Brunswik und Suchsdorf. Der Zuwachs bringt gegebenenfalls neue Erfordernisse an die örtliche Infrastruktur mit sich – beispielsweise hinsichtlich des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) oder städtischer Einrichtungen. In anderen Stadtteilen wie Schilksee oder Russee werden zukünftig deutlich weniger Menschen wohnen – was allerdings nicht zu Leerstand führt, sondern jüngere Kielerinnen und Kieler ziehen weg, während ihre Eltern in den Wohnungen oder Häusern wohnen bleiben. Dementsprechend steigt in diesen Stadtteilen das Durchschnittsalter bis 2031 um bis zu 10 Jahre an.

Mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept Kiel (INSEKK), der stadtteilorientierten Infrastruktur- und Pflegebedarfsplanung sowie der Kieler Demografiestrategie wurden bereits erste Schritte unternommen, um Ideen für die demografische Entwicklung zu entwickeln – so wurden beispielsweise der Sport- und Begegnungspark in Gaarden als Ort des Miteinanders für alle Generationen gestaltet. Für die Stadtteile Ellerbek und Wellingdorf, in denen besonders viele ältere Menschen wohnen werden, hat die Stadt ein eigenes Quartierskonzept entwickelt.

Die demografische Entwicklung ist ein wichtiges Querschnittsthema für verschiedene kommunale Politikfelder, angefangen bei der Jugendpolitik (Erhalt von Qualität und Quantität) über die Sportpolitik (z.B. mehr Angebote im Seniorensport) bis hin zur Verkehrspolitik (Anbindung wachsender Stadtteile, Barrierefreiheit). Der SPD-Ratsfraktion ist dabei eine intensive Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen, Vereinen und Verbänden besonders wichtig – nur mit ihnen gemeinsam kann die demografische Entwicklung Kiels gut gestaltet werden.

Kiel im Überblick: Zahlen und Daten zur demografischen Entwicklung

Quellen/ weitere Informationen:

Bevölkerungsprognose für Kiel und seine Stadtteile bis 2031 (2012), [http://www.kiel.de/rathaus/statistik/statistische_berichte/allgemeine_berichte/Statistischer_Bericht_Nr._214_-_Bevoelkerungsprognose_fuer_Kiel_und_seine_Stadtteile_bis_2031.pdf]
Kieler Demografiestrategie (2013), [http://www.kiel.de/leben/sozial/demografie/demografiestrategie/index.php]
Stadtteilorientierte Infrastruktur- und Pflegebedarfsplanung (2014), [http://www.kiel.de/leben/aelterwerden/pflegebedarfsplan.php]
Sozialraumbericht Kiel Ost 2013, [http://www.kiel.de/leben/sozial/Sozialraumplanung/sozialraumplanung_ost/index.php]
Deutsches Institut für Urbanistik, Studien zu demographischem Wandel und Bevölkerungsentwicklung [http://www.difu.de/themenfelder/bevoelkerung-soziales/demographischer-wandel-bevoelkerungse.html]
Baranowski, Frank: Die Zukunft liegt im Quartier, DEMO online: [http://www.demo-online.de/content/die-zukunft-liegt-im-quartier]

Der Ansprechpartner in der Fraktion: Ratsherr Benjamin Raschke Ratsmitglied Benjamin Raschke ist der Sprecher der SPD-Ratsfraktion für Seniorinnen und Senioren und koordiniert die Fraktionsarbeit zum Querschnittsthema Demografische Entwicklung.

Sie erreichen ihn telefonisch unter 0176 29011419 oder per E-Mail unter benjamin.raschke@nullspd-fraktion-kiel.de.