Historisches Viertel soll zu lebendigem Quartier werden

Die Marine wird kleiner und benötigt immer weniger Flächen in Kiel. Diese Entwicklung fordert uns heraus, bietet aber auch Chancen: Besonders die frei werdenden Gebäude im Marinequartier in der Wik bieten hervorragende Möglichkeiten, dringend benötigte Flächen zu entwickeln, um Wohn- und Gewerbegebiete zu schaffen – insbesondere für Familien, Flüchtlinge, Studierende und Menschen mit Behinderungen.

Mit unserem Ratsantrag zum Marinequartier beauftragen wir die Verwaltung, ein Konzept zu entwickeln, das Leben an diesen historischen Ort des Matrosenaufstands bringt: Mit Büroräumen, Kulturangeboten, Gastronomie, Treffpunkten und Cafés.

Das Konzept für das Viertel soll durch ein Quartiersmanagement erarbeitet werden, dem unter Leitung der Verwaltung Vertreter und Vertreterinnen der an einer Übernahme der Gebäude interessierten Akteure und Vertretungen der Ratsfraktionen angehören sollen. Dazu wollen wir bei konkretem Interesse an dem Projekt weitere mögliche Akteure einbinden.

Das ehemalige Untersuchungsgefängnis der Marine im Alltag erlebbar zu machen, ist eine Zielsetzung, die wir uns vorstellen können. Hier spielten sich wichtige Ereignisse der ersten deutschen Revolution ab, die für die Geschichte von unschätzbarem Wert sind. Gleichzeitig kann ein Weg durch das Gelände hier die Grünachse zwischen Anscharpark und Schleusenpark komplettieren.

Um das Konzept zu realisieren, soll die Verwaltung Fördermittel des Landes, des Bundes und der EU sowie Mittel privater Stiftungen mobilisieren.

Das Marinequartier ist ein wichtiger Ort der Stadtentwicklung, an dem wir gleichzeitig einen Teil der Militärgeschichte erhalten können, die für die Historie Kiels große Bedeutung hat.

Dies erklären zum Ratsantrag der Kooperation „Marinequartier“ die baupolitischen Sprecher der Kooperation Ratsherr André Wilkens (SPD-Ratsfraktion), Ratsherr Arne Langniß (Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen) und Holger Balbierski (SSW-Ratsfraktion).