Zirkus? Ja, bitte! Wildtiere? Nein, danke!

Eine art- und verhaltensgerechte Wildtierhaltung ist in Zirkussen praktisch nicht möglich. Tiere, zumeist von Natur aus sehr aktiv, verbringen den überwiegenden Teil ihres Lebens in winzigen Transportkäfigen. So haben Elefanten Tag und Nacht nur wenig Auslauf, anstatt wie ihre Artgenossen in der Natur kilometerweit zu wandern. In den Käfigen, Transportwagen und Zelten müssen die Tiere auf engstem Raum leben – weit entfernt von einem annähernd artgerechten Leben. Darum gibt es auch in vielen europäischen Ländern nationale Verbote.

Repräsentative Umfragen zeigen, dass 2/3 der Bevölkerung Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß finden. Ein Zirkus braucht keine Wildtiere, um attraktive Unterhaltung zu bieten – das beweisen viele erfolgreiche Zirkusunternehmen, die teilweise sogar ganz auf tierische Vorführungen verzichten und stattdessen auf Akrobatik und menschlichen Witz setzen.

Da es bislang keine einheitliche Regelung auf Bundesebene gibt, sind wir als Kommune gefordert. Wir wollen die bisherigen rechtlichen Spielräume stärker nutzen und die notwendigen Regelungen erlassen, um Zirkusbetrieben mit Wildtieren das Gastieren in Kiel aus Gründen des Tierwohls zukünftig zu untersagen.

Dies erklären zum Antrag der Kooperation für ein Wildtierverbot für Zirkusse in Kiel  Ratsherr Benjamin Raschke, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Ratsfraktion, Ratsfrau Dr. Martina Baum, umweltpolitische Sprecherin der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, und Ratsherr Marcel Schmidt, Fraktionsvorsitzender der SSW-Ratsfraktion.