Modern bauen – Geschichte erhalten

Die rechtliche Situation ist eindeutig, das Vorgehen der Verwaltung nachvollziehbar: Der Bauunternehmer kann einen Neubau des Gebäudes nach seinen Vorstellungen vornehmen, da ein Denkmalschutz nicht mehr besteht.

Dass sich die Bewohnerinnen und Bewohner so engagiert für ihren Stadtteil einsetzen, können wir nicht hoch genug schätzen. Die Betroffenheit und der große Einsatz der Wellingdorfer sind auch nachvollziehbar: Sie haben auf die Holsatiamühle bereits verzichtet und haben nun auch das Gebäude Stadt Kiel verloren.

Die erhaltene Geschichte, auf die der Stadtteil zu Recht mit Stolz blickt, ging damit ein weiteres Mal verloren. Wir halten es vor diesem Hintergrund für nachvollziehbar, dass viele Bürgerinnen und Bürger darum bitten, trotz moderner Bauweise zumindest die Fassade so zu gestalten, dass ein Stück Geschichte erlebbar bleibt.

Aus fachlicher Sicht ist der Architektin ein sehr guter Entwurf des Neubaus gelungen. Wir würden uns freuen, wenn ein Kompromiss möglich wäre, bei dem das Gebäude nach hinten moderne Standards verwirklicht und Akzente setzt und in der Fassade nach vorne die Geschichte des Gebäudes abbildet.

Nicht zuletzt bitten wir den Investoren Herrn Agge persönlich darum, in der Planung das alte Bauvorhaben nach den ursprünglichen Plänen mit der Fassade der Stadt Kiel einzubeziehen. Die Bürgerinnen und Bürger Wellingdorfs müssen bei dieser sensiblen Entscheidung mitgenommen werden. Der Investor könnte sich so über den Stadtteil hinaus große Anerkennung erwerben.

Dies erklären zur Diskussion in der Sitzung des Ortsbeirats Ellerbek/Wellingdorf zur Vorstellung des Bauvorhabens an der Schwentine-Mündung (Ehemals „Hotel Stadt Kiel“) der baupolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion, André Wilkens, der baupolitische Sprecher der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Arne Langniß, und die Vorsitzende der SSW-Ratsfraktion Antje Danker.