Keine Gigaliner auf Kieler Straßen

Mit unserem Ratsantrag fordern wir die Landesregierung auf, ihre Beteiligung am Feldversuch mit dem Einsatz von Gigalinern auf Kieler Straßen zurück zu ziehen. Gleichzeitig bitten wir den Oberbürgermeister gegenüber der Landesregierung klar zustellen, dass die LH Kiel keinen Gigalinerverkehr auf ihren Straßen will.

In Kiel sollen Gigaliner auf folgenden Straßen fahren: Theodor-Heuss-Ring, Neue Hamburger Straße, Edisonstraße, Barkauer Kreuz, Tonberg, Ratzeburger Straße, Ostring, Heikendorfer Weg, Grenzstraße, Ostuferhafen. Hinzu kommen Anfragen den Norwegenkai und auch den Schwedenkai anfahren zulassen. Weitere Streckenwünsche in Kiel sind Benzstraße, Wehdenweg, Preetzer Chaussee, Konrad Adenauer-Damm, Winterbeker Weg. Das Kieler Straßennetz ist besonders betroffen. Weder die Bevölkerung noch die OBR sind informiert. Der geplante und von der Landesregierung befürwortete Einsatz von Gigalinern auf Kieler Straßen ist kein Beitrag zum Klimaschutz. Es besteht die Gefahr, dass Güterverkehre von der Schiene abgezogen werden. Mehr Güterverkehr auf Kiels Straßen kann kein vernünftiger Mensch wollen. Die 25,25 m langen Monstertrucks werden den Verkehrsfluss auf den hochbelasteten Straßen weiter erschweren. Ein dauerhafter Einsatz von Gigalinern wird große Investitionen nach sich ziehen, Kreisverkehre, Kurven und Brücken müssen angepasst werden. Irgendwann wird dann auch die Beschränkung von 44 t fallen und die Trucks mit einem Gesamtgewicht von 60 t werden die Straßeninfrastruktur erheblich schädigen. Von den 16 Bundesländern wollen nur Bayern, Niedersachsen, Sachsen, Thüringen, Schleswig-Holstein und Hamburg am fünfjährigen Feldversuch teilnehmen. Hessen hat kurzfristig seine Teilnahme zurückgezogen. Wenn die Riesen-LKW nicht von der dänischen Grenze bis zu den Alpen fahren können, ist der Feldversuch ohne Wert. Es ist nicht akzeptabel, dass Verkehrsminister Ramsauer den Bundesrat trickreich umgehen will. Die Landesregierung beteiligt sich auch noch aktiv an der Schwächung der Länderkammer, das ist zutiefst unsolidarisch. Eine moderne und nachhaltige Verkehrsinfrastruktur geht nur über den Ausbau der Schiene, sowohl für den Güter- als auch für den Personenverkehr. Umso wichtiger für Lebensqualität, weniger Verkehrsbelastungen, weniger Lärm und Klimaschutz ist die schnelle Realisierung der StadtRegionalBahn in der Kieler Region. Dies erklären die verkehrspolitischen Sprecher von SPD und Grünen, Achim Heinrichs und Lutz Oschmann sowie Ratsfrau Antje Danker (SSW) zu ihrem Antrag für die Ratsversammlung am 29. September 2011 zu dem Einsatz von Gigalinern.