Rathauskooperation: Perspektive für die Sky-Markt-Szene in Gaarden

Die Stadtverwaltung setzt mit der angekündigten Aufstockung der Streetworkerstunden um 19,5 Wochenstunden die bereits bei den Haushaltsberatungen im Dezember 2010 von SPD, Grünen und SSW finanziell abgesicherten zusätzlichen Hilfen für die Drogen- und Trinkerszene in Gaarden um. Der von SPD, Grünen, SSW und der Fraktion „Die Linke“ im März abgelehnte CDU-Antrag sah lediglich eine Ausweitung der bereits vorhandenen Streetworker-Arbeit vor.

Das nunmehr von der Stadtverwaltung vorgestellte Konzept sieht die Stundenaufstockung ausschließlich für ein niedrigschwelliges Beschäftigungsangebot an die Szene-Mitglieder vor. Auf freiwilliger Basis soll dadurch der verwilderte Kleingarten an der Mühlenstraße kultiviert werden. Daneben werden wie bisher auch weitere sozialpolitische Maßnahmen wie Vermittlung in andere niedrigschwellige Beschäftigungsangebote, Gesundheitsaufklärung, Gewinnung von Multiplikatoren angeboten. Dadurch kann eine Atmosphäre geschaffen werden, in der sich Betroffene mit der eigenen Situation befassen und das eigene Leben verändern können. Allein eine verstärkte Arbeit der Streetworker ohne ein tragbares Konzept am derzeitigen Aufenthaltsort der Straßenszene würde von der Szene als „verfolgende Sozialarbeit“ aufgefasst werden, zumal sie keine nachhaltige Lebensperspektive für die Betroffenen hätte bieten können. „Wir bedanken uns bei der Verwaltung für ein Konzept, das in die richtige Richtung weist. Das unter streng einzuhaltenden Regeln und Auflagen stehende Beschäftigungsangebot kann zusammen mit anderen sinnvollen sozialen Maßnahmen dazu beitragen, einen Verhaltenskodex für die gesamte Szene zu erreichen und damit die Aufenthaltsqualität auch am jetzigen Standort der Szene zu verbessern“, so Schmalz, Schulz, Rahim und Danker abschließend. Diese erklären zur gestrigen Gesprächsrunde zum Thema Sky-Markt-Szene in Gaarden die Gaardener Ratsherren der SPD-Ratsfraktion, der sozialpolitische Sprecher Michael Schmalz und der wohnungs- und migrationspolitische Sprecher Wolfgang Schulz sowie der sozialpolitische Sprecher der Ratsfraktion Bündnis90/Die Grünen, Ratsherr Sharif Rahim, und Ratsfrau Antje Danker, SSW.