Vielfalt statt Einfalt

Zum zurückgezogenen Antrag „Beflaggung der Stadt zum CSD“ der Linken erklären die Fraktionsvorsitzenden der SPD, Gesa Langfeldt, Antje Danker, SSW und B90/Die Grünen, Katja Günther, diesjährige Schirmfrau des Kieler CSD:

„Zum wiederholten Male beantragt die Linke die Beflaggung der Stadt während des CSD mit der Regenbogenfahne. Zum wiederholten Male weisen wir darauf hin, dass es seit Jahren gute Tradition in Kiel ist, die Regenbogenfahne zum CSD vor dem Rathuas zu hissen. Von daher ist dieser Antrag unnötig und wurde von der Linken zurecht zurückgezogen. Stattdessen geht es darum, weitere Möglichkeiten der Unterstützung durch die Stadt für eine vielfältige Gesellschaft zu sondieren. Darum haben wir die Verwaltung gebeten, gemeinsam mit den Vereinen und Verbänden, die den CSD in Kiel ausrichten, darüber zu beraten, wie eine noch engere Zusammenarbeit und ideelle Unterstützung aussehen könnte. Wir können uns vorstellen, dass die Stadt künftig beim CSD und anderen Kulturereignissen, etwa den rosa Wochen im Kommunalen Kino oder bei Sportveranstaltungen der Szene ihre Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit einbringt. Auch halten wir es für sinnvoll, über eine zielgruppenbezogene Tourismuswerbung z.B. zum CSD nachzudenken. Darüber hinaus gehen wir davon aus, dass es etwa im Rahmen von Rechtsberatung zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) Anknüpfungspunkte für eine engere Zusammenarbeit geben könnte. Schließlich regen wir an, im Rahmen des Weiterbildungsangebots der Stadtverwaltung Angebote zur Sensibilisierung für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben, Bisexuellen und Transgender anzubieten. Diese konkreten Formen einer engen Kooperation zur Stärkung der Vielfalt unsere Gesellschaft erscheinen uns vor dem Hintergrund anhaltender Homophobie sinnvoller als das Aufhängen oder gar den Ankauf weiterer Regenbogenfahnen für einen Tag: Symbole sind wichtig ersetzen aber keine gestaltende Politik“