Zum internationalen Frauentag

Zum internationalen Frauentag erklären die Fraktionsvorsitzenden der SPD, Gesa Langfeldt, die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Katja Günther und Antje Danker vom SSW:

„Seit 1911 gibt es den internationalen Frauentag. Seitdem finden am 8. März jeden Jahres Demonstrationen und Aktionen für die Gleichberechtigung von Frauen statt. 2011 feiert der Frauentag also sein 100-jähriges Jubiläum. Auch wenn es zweifellos große Fortschritte auf dem Weg zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft gibt, haben wir auch 100 Jahre nach Einführung des Frauentages in Sachen Gleichberechtigung noch einiges zu tun. Immer noch erhalten Frauen in Deutschland mehr als 20% weniger Lohn. Mit der Einführung von Mindestlöhnen und die geschlechtergerechte Überarbeitung der Eingruppierungskriterien der Tarifverträge könnte hier entgegengesteuert werden. Nach wie vor ist die Gewalt gegen Frauen ein großer gesellschaftlicher Skandal. 40 % der in Deutschland lebenden Frauen haben in ihrem Erwachsenenleben körperliche oder sexualisierte Gewalt erlebt. Darum wollen wir, dass die Frauenhausfinanzierung staatliche Pflichtaufgabe wird. Auch in der Kieler Kommunalpolitik gibt es noch genug zu tun. Wir brauchen mehr Frauen in den Führungspositionen der Verwaltung und wir brauchen mehr Frauen in den Aufsichts- und Verwaltungsräten der Unternehmen, an denen die Stadt Kiel beteiligt ist. Auch ist die Frauenquote in der Kieler Ratsversammlung äußerst unbefriedigend. Auch wenn die Stadt Kiel gerade erst mit den Frauenfacheinrichtungen Zuwendungsverträge abgeschlossen hat und wir somit in Kiel eine sehr gute Infrastruktur mit Frauenfacheinrichtungen vorhalten, in denen wichtige und ausgezeichnete Arbeit gemacht wird, wissen wir noch zu wenig darüber, inwieweit der Kieler Haushalt geschlechtergerecht ist. Denn es gibt keinen geschlechterneutralen Haushalt. Darum setzen wir uns gemeinsam mit unserer Gleichstellungsbeauftragten für ein Gender Budgeting ein, mit dem wir erreichen wollen, dass Männer und Frauen gleichermaßen von öffentlichen Ausgaben und Förderungen einen Nutzen ziehen. Gleichstellungspolitik beinhaltet auch die Belange von Jungen und Männern. Sowohl im Erwerbs- wie im Privatleben wünschen sich viele Männer neue Wege und Entwicklungsmöglichkeiten. Darum setzen wir uns für neue Arbeitszeitmodelle ein, die es beispielsweise Vätern erlauben, in bestimmten Lebensphasen individuell die Arbeitszeit zu verkürzen. Auch setzen wir uns für Ausbildung in Teilzeit bei der Stadtverwaltung ein, denn beispielsweise darf eine Schwangerschaft nicht dazu führen, dass junge Frauen ohne Berufsabschluss bleiben. Wir setzen wir uns dafür ein, dass sich mehr Männer für die Erziehungsberufe begeistern. Umgekehrt setzen wir uns etwa in der Hochschulpolitik dafür ein, dass sich junge Frauen für naturwissenschaftliche und technische Berufe begeistern.“