MVV hat verstanden – Ratsfraktionen begrüßen neue Gespräche

Die Vorsitzenden der Ratsfraktionen in der Kieler Ratsversammlung, Ratsfrau Gesa Langfeldt (SPD), Ratsherr Stefan Kruber (CDU), Ratsherr Lutz Oschmann, (Bündnis 90/Die Grünen), Ratsherr Helmut Landsiedel (FDP), Ratsherr Florian Jansen (Die Linke) und Ratsfrau Antje Danker (SSW) begrüßen die Verschiebung der Verabschiedung des Konzepts „Einmal gemeinsam“ bei den Stadtwerken Kiel, die ursprünglich für die Aufsichtsratssitzung am 27.
September 2010 vorgesehen war:
„Wir verneinen keinesfalls die Notwendigkeit, das Unternehmen im Rahmen des MVV-Verbundes mit einer neuen Strategie für die kommenden Jahre und den härter werdenden Wettbewerb auf dem Energiemarkt zu rüsten. Wir sind jedoch der Meinung, dass das Konzept in der vorliegenden Form fast ausschließlich dem Anteilseigner MVV zugute kommt und nicht im Sinne des Erhalts eines eigenständigen Stadtwerks in der Landeshauptstadt ist.
Aus unserer Sicht ist das Konzept „Einmal gemeinsam“ nur zustimmungsfähig, wenn für das Kieler Unternehmen im Verbund nachgebessert wird. Es dürfen weder steuerungsrelevante Funktionen aus der Stadtwerke Kiel AG abgezogen und nach Mannheim verlagert noch die
Prozesse so gestaltet werden, dass die Steuerung der Stadtwerke Kiel AG nicht mehr durch den Kieler Vorstand erfolgt. Für die Bündelung und Zentralisierung von Aufgaben dürfen lediglich Massenprozesse herangezogen werden. Der Einfluss der Stadtwerke Kiel auf Kosten und Servicequalität in gemeinsamen Serviceunternehmen muss auch zukünftig sichergestellt bleiben. Und schließlich muss es eine ausgewogene Aufteilung der Arbeitsplätze auf Mannheim, Kiel und Offenbach geben.
Im Interesse der Kunden wie der Arbeitnehmer im Unternehmen begrüßen wir, dass augenscheinlich auch in Mannheim diesbezüglich neu nachgedacht wurde – besser spät als nie. Diese Auffassung ist auch Grundlage des interfraktionellen Antrags, mit dem wir einen entsprechenden Beschluss der Ratsversammlung herbeiführen wollen und den Oberbürgermeister auffordern, diese Haltung im Konsortialausschuss und Aufsichtsrat des
Unternehmens zu vertreten. Es darf nicht sein, dass die Stadtwerke Kiel zu einer Außenstelle der MVV AG herabgestuft werden . Wir haben immer gesagt, dass wir das verhindern werden. Dabei bleibt es. Der Kieler Vorstand muss weiterhin in der Lage bleiben, das Unternehmen zu steuern. Das betrifft etwa das Controlling sowie alle Steuerungsfunktionen und Kernprozesse in
den Wertschöpfungsstufen (Erzeugung, Netze und Vertrieb) und die Querschnittfunktionen, die in Kiel verbleiben müssen.
Jetzt müssen schnell Gespräche mit den Anteilseignern und den Arbeitnehmervertretern geführt werden. Das ist aus unserer Sicht der einzig gangbare Weg, für das Projekt „Einmal gemeinsam“ auch innerhalb der Belegschaft eine möglichst große Unterstützung zu erhalten. Am Ergebnis dieser Gespräche werden wir die Führungs- und Aufsichtsgremien des
Unternehmens messen – unser Wille, ein Stadtwerk in Kiel als Außenstelle der MVV AG in keinem Fall zu akzeptieren, ist in den vergangenen Wochen mehrmals klar und deutlich herausgestellt worden. Wir erwarten, dass die Unternehmensleitung und die städtischen Vertreter im Aufsichtsrat jetzt zu ihrem Wort stehen. Das ist sowohl für die Zukunftsfähigkeit des Kieler Energieversorgers von fundamentaler Bedeutung als auch im Interesse der mehr als 1.000 Stadtwerke-Beschäftigten.“