Bildungspolitik der Landesregierung navigationslos auf offener See

Die vorgelegten Veränderungen des Schulgesetzes durch die schwarz-gelbe Landesregierung beweisen einmal mehr, dass sich diese in Sachen Bildung navigationslos auf offener See bewegt. Vom Wunsch getrieben, es allen recht machen zu wollen, gelingt dem Bildungsminister mit seinem Entwurf zur Schulgesetzänderung nichts Rechtes. Statt den vor wenigen Jahren
eingeschlagenen Kurs zu präzisieren, wird das Ruder ideologisch (gelb-)gefärbt in die entgegen gesetzte Richtung gelenkt und eine Havarie der Schulen und ihrer Schülerinnen und Schüler in Kauf genommen. An Gymnasien soll alles möglich sein: G8, G9 oder gleich beides.

Änderungen, die auf dem Rücken des Lehrerkollegiums und der Schulträger vollzogen werden sollen – Ergebnis ungewiss.
Und die Gemeinschaftsschulen? Hier soll am besten durch die Hintertür die Aufteilung von Haupt- und Realschule wieder eingeführt werden; nur eben kostengünstig unter einem Dach.

Und Oberstufen, die zum Abitur führen könnten, sollen vermieden werden – ohne Rücksicht auf (Lern-)Verluste. Diese Reform lehnen alle ab: Elternvertreter, Lehrerverband, Erziehergewerkschaft. Aber die Landesregierung verweigert den Kompass, den diese ihr geben könnte. Das ist aus unserer Sicht verantwortungslos.

Dies erklären zur vorgesehenen Änderung des Schleswig-Holsteinischen Schulgesetzes der schulpolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion, Ratsherr Peter A. Kokocinski und die schulpolitische Sprecherin der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Ratsfrau Kirsten Wegner.