Tabuschwelle zur Gewaltanwendung wird gesenkt

Einen umgehenden Verzicht auf die Durchführung des sog. „Käfigkampfes“ in Kiel fordern die innenpolitischen Sprecher der Kooperationsfraktionen von SPD und Grünen sowie die Ratsfrau des SSW vom Organisator der Veranstaltung.

Von einer fatalen Vorbildwirkung für die Gesellschaft sprechen Michael Wagner (SPD), Karin Weichert (Bündnis90/Die Grünen) und Antje Danker (SSW): “Eine öffentliche Zurschaustellung von Prügeln, Treten und Würgen noch gegen am Boden liegende Schwächere ist das letzte, was wir in unserer Stadt brauchen.“

Die Ratsmitglieder erinnern in diesem Zusammenhang an den soeben vorgelegten Bericht zur Jugendkriminalität. Dieser zeige auch in Kiel die mit Gewalt verbundenen Probleme auf. „Die zunehmende Bereitschaft bei Jugendlichen zur Gewaltanwendung ist doch das Problem und darf nicht durch gewaltverherrlichende Veranstaltungen noch gefördert werden. Freefight-
Veranstaltungen sind kein Sport und werden von uns vollständig abgelehnt.“

Die drei Mitglieder der Mehrheitskooperation appellierten an den Gesetzgeber, das Ordnungsrecht in der Weise weiter zu entwickeln, dass derartige Veranstaltungen zukünftig von den Kommunen untersagt werden können. „Bis dahin fordern wir von allen Inhabern von Veranstaltungsstätten, Freefight-Events nicht mehr stattfinden zu lassen und von Sponsoren, diese nicht mehr finanziell zu unterstützen“, betonten Michael Wagner, Karin Weichert und Antje Danker.