2. Bezahlbares Wohnen für alle Kielerinnen und Kieler

Kiel gewinnt an Attraktivität. Immer mehr Menschen wollen in Kiel leben.

Wir machen uns dafür stark, dass überall in der Stadt neuer Wohnraum entsteht. Die bisherigen Anstrengungen beim Wohnungsbau müssen noch verstärkt werden. Mit der forcierten Ermittlung und Bereitstellung von Bauflächen sowie der schnellen Genehmigung und Umsetzung von Bauvorhaben wollen wir sicherstellen, dass Wohnen in Zukunft für alle Kielerinnen und Kieler bezahlbar bleibt. Alle müssen in Kiel die Möglichkeit haben, eine Wohnung zu finden, gleich wie hoch das Einkommen ist. Deswegen setzen wir uns für eine ausgewogene Mischung aus sozial gefördertem und frei finanziertem Wohnraum auf städtischen wie auch auf privaten Flächen ein.

Der Masterplan Wohnen und die enge Kooperation mit Wohnungsunternehmen, Baugenossenschaften und Mieterverein sind die Voraussetzung für den Erfolg und die Akzeptanz unserer Wohnungsbauoffensive.

Wir setzen uns dafür ein, dass Kiel wieder eine städtische Wohnungsbaugesellschaft gründet, die auch denjenigen Menschen ein Zuhause vermietet, die es schwer haben, am Wohnungsmarkt eine Wohnung zu finden: Familien mit mehreren Kindern, Alleinerziehende, einkommensschwache Familien, von Altersarmut Betroffene, Geflüchtete. Wir wollen, dass die Stadt wieder auf geeigneten Flächen selbst baut. Auch soll sich die städtische Wohnungsbaugesellschaft darum kümmern, dass Fehlentwicklungen am Wohnungsmarkt durch den Ankauf schlecht verwalteter Wohnhäuser korrigiert werden. Auf diese Weise soll die Wohnungsbaugesellschaft in einem ersten Schritt einen Bestand von 1 000 Wohnungen aufbauen. Zugleich soll die Wohnungsbaugesellschaft die kommunalen Entscheidungsträger dabei unterstützen, Lösungen für wichtige Fragen der Stadtentwicklung zu finden und diese aktiv umzusetzen. Eine Genossenschaft ist hierfür die von uns bevorzugte Rechtsform.

Zur Erleichterung des Erwerbs von Wohneigentum soll die Stadt die Bestellung von Erbbaurechten fördern.

Wir nutzen jede Chance für mehr Wohnraum. Wir setzen auf den sozialen Wohnungsbau, die Entwicklung vorhandener Flächen, eine behutsame Nachverdichtung und den Dachgeschossausbau. Im Kieler Süden, auf dem MFG 5-Gelände, im Umfeld der Universität und an weiteren Orten werden wir großräumige Wohnungsbaupotenziale nutzen. Gemeinsam mit dem Stadtteil und der Landesplanung werden wir ermitteln, welchen Beitrag der Bereich Suchsdorf-West zum Wohnungsbau beitragen kann.

Neben dem Wohnungsbau muss auch der Mieterschutz sichergestellt werden, damit die Anspannung des Wohnungsmarktes nicht die jetzigen Mieter*innen belastet. Wir setzen uns mit Nachdruck dafür ein, dass die Instrumente der Mietpreisbremse und der Kappungsgrenze auch in Kiel angewandt werden. Der Nachfragedruck am Wohnungsmarkt darf nicht zulasten der Mieter*innen ausgenutzt werden. Die Mietobergrenzen im Rahmen der Richtlinien zu den Kosten der Unterkunft sind regelmäßig zu überprüfen und den allgemeinen Mietpreissteigerungen anzupassen.

Die steigende Zahl der Obdach- und Wohnungslosen in Kiel betrachten wir mit Sorge. Wir haben bereits einige gute Schritte eingeleitet, um Obdach- und Wohnungslosen zu helfen. Wir werden prüfen, ob die bisherigen Ausgaben für die Obdachlosenhilfe sinnvoller eingesetzt werden können. Trotzdem wollen wir unsere Anstrengungen verstärken. Wir werden Obdachlose nicht verdrängen, sondern ihnen Hilfe anbieten. Den begonnenen Dialog mit den Trägern der Obdach- und Wohnungslosenhilfe werden wir fortsetzen. Durch den verbesserten Austausch lassen sich die Hilfen besser und zielgerichteter einsetzen. Wir betrachten Obdach- und Wohnungslosigkeit nie isoliert, sondern helfen den Menschen auch bei Suchtproblemen und Arbeitslosigkeit. Die zu gründende Kieler Wohnungsbaugesellschaft soll einen Teil ihrer Wohnungen speziell an Wohnungs- und Obdachlose vermieten. Die Unterstützung der Wohnungs- und Obdachlosen darf aber nicht mit dem Bezug der Wohnung enden. Wir werden ein Konzept entwickeln, wie ehemalige Obdachlose unterstützt werden können, um eine erneute Wohnungslosigkeit zu verhindern. Darüber hinaus werden wir uns für Präventionsmaßnahmen einsetzen, um gefährdete Personen vor Wohnungslosigkeit zu schützen.

Wo es der Markt alleine richten soll, entsteht die Gefahr sozialer Schieflagen durch Mietpreise, die sich viele Menschen nicht leisten können. Deswegen sind ein gutes Lebensumfeld in allen Stadtteilen und vielfältige Quartiere eine Grundbedingung für die Zukunft der Stadt. Der teilweise zu beobachtenden sozialen Entmischung von Stadtteilen innerhalb Kiels sowie zwischen Kiel und den Umlandgemeinen stemmen wir uns auch unter Ausnutzung der Förderprogramme von Bund und Land entgegen. Besondere Unterstützung brauchen Stadtteile, die einen Großteil der Integrationsherausforderungen tragen. Mit dem Programm „Gaarden hoch 10“ wollen wir sehr gezielt Wohnungsbau, gute Betreuungs- und Bildungseinrichtungen, gezielte Stadtentwicklungsprojekte, die Aufwertung von Quartieren und öffentlichen Flächen, die Bekämpfung von Vandalismus und Verdreckung, die Beseitigung von Angsträumen und attraktive Freizeit- und Kulturangebote unterstützen und damit eine positive, sich mittelfristig selbst tragende Dynamik bewirken. Kurzfristig soll die Eingangssituation Gaardens durch die Neugestaltung des Umfelds um die Gaardener Schwimmhalle einschließlich des Weiterbaus der Gaardener Brücke deutlich verbessert werden.

Kiel ist eine Hochschulstadt. Die Anzahl der in Kiel studierenden Menschen ist kontinuierlich gewachsen. Die Anzahl der Wohnheimplätze für Studierende ist aber bisher auf gleichem Niveau geblieben. Kostengünstiger Wohnraum für Studierende wird Mangelware. Wir machen uns dafür stark, dass das Studentenwerk und andere gemeinnützige Träger die notwendige Aufholjagd beginnen und weitere Studentenheime schaffen kann, die insbesondere in der Nähe von Hochschuleinrichtungen errichtet werden sollen. Die für Kiel zur Verfügung stehenden Wohnungsbaufördermittel des Landes sollen auch hierfür genutzt werden. Die Stadt Kiel soll sich verpflichten, das Studierendenwerk bei der Suche nach geeigneten Grundstücken aus den städtischen Liegenschaften zu unterstützen. Des Weiteren soll sie auf Land und Bund hinwirken, etwaige Liegenschaften in deren Besitz für den Wohnheimbau freizugeben. Um die aktuelle Wohnungsnot zu lindern, werden vorhandene Container Studierenden zur Verfügung gestellt.

Außerdem wollen wir, dass sich die Stadt Kiel dafür einsetzt, Wohnheime für Auszubildende zu schaffen. Um die Schaffung von Wohnraum für Auszubildende sowie die Einrichtung eines ÖPNV-Tickets für diese zu stärken bzw. ermöglichen, wollen wir im Austausch mit anderen Städten und den zuständigen Akteuren die Initiierung eines Auszubildendenwerks nach dem Vorbild des Studentenwerks prüfen und zur Debatte stellen.

Wir setzen uns dafür ein, dass die Bedürfnisse von Menschen mit eingeschränkter Mobilität bei allen Neubauvorhaben und möglichst auch im Wohnungsbestand berücksichtigt werden. Wir treten dafür ein, dass barrierefreie Wohnungen entstehen, die einen Verbleib von Menschen im Quartier sichern und die Standards für barrierefreies Wohnen der Landesbauordnung eingehalten werden. Wenn Einschränkungen im Alter oder gesundheitliche Gründe den Erhalt der bisherigen Wohnung nicht mehr erlauben, soll zumindest das gewohnte Wohnumfeld erhalten bleiben. Wir werden für entsprechende Vorhaben kommunale Flächen oder Gebäude bereitstellen. Wo dies nicht möglich ist, sollen Bebauungspläne umgewidmet oder neu aufgestellt werden.

Wir unterstützen die Idee von Wohnquartieren für alle. Für Menschen mit und ohne Behinderung, Junge und Alte, Familien in jeder Ausprägung und Einzelpersonen bleibt unsere Stadt attraktiv, wenn wir uns darum bemühen gute Nachbarschaften zu gestalten und gleichberechtigt aufeinander zu achten. Wir werden beim Wohnungsbau und bei der Quartiersentwicklung die Herausforderungen von morgen mitdenken. Neue Quartiere wie das Marinequartier Wik und das MFG 5-Gelände eignen sich dafür hervorragend. Hier können Vorzeigeprojekte entstehen, die gemeinsam mit den Bürger*innen entwickelt werden: Unser Ziel sind Orte, wo sich Nachbar*innen begegnen und gegenseitig willkommen heißen. Hier soll inklusives Denken und Handeln von Anfang an entwickelt werden.

Hierfür wollen wir ein stadtteilbezogenes Quartiersmanagement auf den Weg bringen. Es können Börsen entstehen, in denen Angebot und Nachfrage zusammentreffen, in denen Menschen mit mehr oder weniger Wohnraumbedarf sich finden, in denen Hilfe angeboten und Hilfe in Anspruch genommen wird. All dies ermöglicht eine lebendige Nachbarschaft in der sich die Menschen wohlfühlen. Sich im Quartier versorgen zu können schafft Sicherheit, auch im Alter. Wir müssen sicherstellen, dass Nahversorgung möglich bleibt oder wieder ermöglicht wird. Bei der Entwicklung dieser Quartiere muss eine Bildungsinfrastruktur mit kurzen Schulwegen und Kindertageseinrichtungen sowie auch ein ausreichendes Angebot an Spiel- und Sportplätzen sichergestellt werden. Mehrgenerationenhäuser sind eine Möglichkeit, diese Quartiersentwicklung zu unterstützen. Gemeinsam mit der Wohnungsbaugesellschaft streben wir an, diese Modelle vor allem in den Randbezirken zu fördern, um auch dort einen Verbleib im Alter zu ermöglichen.

Wir wollen uns für neue Formen des Wohnens mit Arbeit, Kultur und Ökologie zur Quartiersentwicklung öffnen. Entsprechende Ansätze für ein derartiges attraktives, urbanes und bezahlbares Wohnen für alle Bürger*innen in der Innenstadt und in den Stadtteilen sollen unterstützt werden

Wohnen ist für uns auch ein zentrales Handlungsfeld für Klimaschutzmaßnahmen durch energetische Sanierung oder die Schaffung klimaverträglicher Mobilitätsangebote (z. B. Velorouten, Car-Sharing-Angebote, etc.) am Wohnstandort.

Wir werden die Fragen des Wohnungsbaus öffentlich diskutieren und Bürger*innen in die Entwicklung einbeziehen. Es uns wichtig, diese zentrale Frage der Entwicklung Kiels gemeinsam zu gestalten.

Morgen 24.07.18

SPD-Kiel
19:30 Uhr, Kreisvorstandssitzung ...

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