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Freiwilliges Ökologisches Jahr in Gefahr
In ganz Schleswig-Holstein absolvieren 140 Jugendliche ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ). Für ein Jahr nehmen sie sich eine Auszeit, um die Natur kennen zu lernen, im Umweltschutz zu helfen, und nicht zuletzt sich selbst fortzubilden und ihre Persönlichkeit zu entwickeln.
Aber auch das Land profitiert von der Arbeit der jungen Leute. Veranstaltungen wie Wattwanderungen können für wenig Geld angeboten werden, Jugendliche gestalten individuelle Führungen für Schulklassen, sie kümmern sich um die Naturschutzgebiete und initiieren Forschungsprojekte.
Als Gegenleistung für ihre Arbeit, rund 40 Stunden in der Woche, erhalten die FÖJler 416,50 Euro – 52 Euro weniger, als wenn sie Harz IV beantragen würden. Davon bezahlen sie Unterkunft, Heiz- und Nebenkosten und Verpflegung. Für privates Vergnügen bleibt nicht viel übrig. Trotzdem sind die Jugendlichen mit Herz und Seele bei der Sache.
Die SPD-Kreis- und Landtagsabgeordnete Marion Sellier und der SPD-Kreisvorsitzende Horst Deyerling waren am 11. Januar 2010 im Erlebniszentrum „Naturgewalten“ in List auf Sylt. Christian Höfs (21 Jahre) und Peter Antkowiak (19 Jahre) stellten ihre Arbeit vor: die Forschung, wenn sie zum Beispiel raus gehen, um Vögel zu zählen, die Bildung, wenn sie Schulklassen das Naturgewaltenzentrum zeigen und Wattführungen machen und die Pflege des Naturschutzgebietes.
Fachwissen müssen sie wenig mitbringen. „Wir haben hier so viel gelernt! Wenn man sich den ganzen Tag mit dem beschäftigt, was einem Spaß macht, dann ist es kein Problem, sich fünfzig Vogelarten zu merken“, sagt Peter Antkowiak. Und Christian Höfs erzählt begeistert von seinem Projekt, einem Aquarium für das Naturgewaltenzentrum.
Jeder Jugendliche ist angehalten, sich ein eigenes Projekt zu überlegen und umzusetzen. Einige dieser Projekte sind auch in die Gestaltung des Naturgewaltenzentrums eingeflossen. Ein Beispiel dafür sind die Wanderdünen. Vor Jahren startete ein FÖJler das Projekt, eine Kamera aufzustellen, und die Wanderdünen jede Woche zu fotografieren. Dieses Projekt, was seitdem weitergeführt wurde, ermöglichte nicht nur eine beeindruckende Darstellung der Bewegung für das Naturgewaltenzentrum, sondern ist auch Grundlage für weitere Forschungen.
Das Land will die Gelder für das FÖJ jetzt jedoch weiter kürzen. Peter Harry Carstensen (CDU) hatte bereits angekündigt, dass er die freiwilligen Leistungen des Landes auf den Prüfstand stellen wollte. Nun ist der Landesrechnungshof zu dem Ergebnis gekommen, dass Schleswig-Holstein mehr zahlt als andere Bundesländer und die Gelder deswegen kürzen will.
Einwände der Träger, dass in anderen Bundesländern das Betreuungs- und Verwaltungspersonal vom Land übernommen wird und dass dort auch zusätzliche Fördergelder aus der EU vorhanden sind, bleiben ungehört. Die Jungendlichen wären nicht mehr in der Lage, ihren Lebensunterhalt zu bezahlen – das FÖJ würde zu einer Einrichtung nur für Reiche werden.
Auch den Einwand, mehr schleswig-holsteinische Landeskinder und Jugendliche mit geringem Schulabschluss auszuwählen hält der Husumer Biologe Rainer Borcherding für nicht nachvollziehbar. „Die Universitäten haben auch keine Auflage, Abiturienten aus Schleswig-Holstein zu bevorzugen“, sagt er und verweist darauf, dass die Bindung der Jugendlichen an diese Region meist ein Leben lang hält und sie immer wieder zurückkehren, ob für Ausbildung, Studium oder im Urlaub. „Man braucht auch nicht viel Vorwissen, um sich für das Freiwillige Ökologische Jahr zu bewerben“, erklärt Borcherding weiter, „aber Haupt- oder Realschüler sind meistens einfach noch zu jung. Minderjährige können weder die Verantwortung bei einer Wattführung übernehmen, noch kann ihnen ein eigener Haushalt ohne besondere Betreuung zugemutet werden.“
Würden die Mittel wie angekündigt gestrichen, fielen ein Drittel der Stellen für das Freiwillige Ökologische Jahr weg – ihre Arbeit bliebe damit unerledigt. „Am meisten stört mich, dass die Arbeit der Jugendlichen so wenig Wertschätzung erfährt“, bedauert Marion Sellier. „Für sie spielt das Geld keine Rolle, sie kommen mit der geringen Entschädigung über die Runden. Aber in ihre Arbeit stecken sie ihr ganzes Herzblut, sie setzen sich für etwas ein, was ihnen wichtig ist. Die Förderungen an dieser Stelle einzusparen – um an anderer Stelle internationalen Firmen Steuergeschenke zu machen – heißt in erster Linie diese jungen, engagierten Menschen zu demotivieren. Sie wollen etwas für die Natur und die Gesellschaft tun, aber statt ihr Engagement und ihre Begeisterung zu fördern, zeigt ihnen das Land durch die Kürzung der Mittel nur, dass ihm die Arbeit der jungen Menschen nichts wert ist.“
In ganz Schleswig-Holstein absolvieren 140 Jugendliche ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ). Für ein Jahr nehmen sie sich eine Auszeit, um die Natur kennen zu lernen, im Umweltschutz zu helfen, und nicht zuletzt sich selbst fortzubilden und ihre Persönlichkeit zu entwickeln.
Aber auch das Land profitiert von der Arbeit der jungen Leute. Veranstaltungen wie Wattwanderungen können für wenig Geld angeboten werden, Jugendliche gestalten individuelle Führungen für Schulklassen, sie kümmern sich um die Naturschutzgebiete und initiieren Forschungsprojekte.
Als Gegenleistung für ihre Arbeit, rund 40 Stunden in der Woche, erhalten die FÖJler 416,50 Euro – 52 Euro weniger, als wenn sie Harz IV beantragen würden. Davon bezahlen sie Unterkunft, Heiz- und Nebenkosten und Verpflegung. Für privates Vergnügen bleibt nicht viel übrig. Trotzdem sind die Jugendlichen mit Herz und Seele bei der Sache.
Die SPD-Kreis- und Landtagsabgeordnete Marion Sellier und der SPD-Kreisvorsitzende Horst Deyerling waren am 11. Januar 2010 im Erlebniszentrum „Naturgewalten“ in List auf Sylt. Christian Höfs (21 Jahre) und Peter Antkowiak (19 Jahre) stellten ihre Arbeit vor: die Forschung, wenn sie zum Beispiel raus gehen, um Vögel zu zählen, die Bildung, wenn sie Schulklassen das Naturgewaltenzentrum zeigen und Wattführungen machen und die Pflege des Naturschutzgebietes.
Fachwissen müssen sie wenig mitbringen. „Wir haben hier so viel gelernt! Wenn man sich den ganzen Tag mit dem beschäftigt, was einem Spaß macht, dann ist es kein Problem, sich fünfzig Vogelarten zu merken“, sagt Peter Antkowiak. Und Christian Höfs erzählt begeistert von seinem Projekt, einem Aquarium für das Naturgewaltenzentrum.
Jeder Jugendliche ist angehalten, sich ein eigenes Projekt zu überlegen und umzusetzen. Einige dieser Projekte sind auch in die Gestaltung des Naturgewaltenzentrums eingeflossen. Ein Beispiel dafür sind die Wanderdünen. Vor Jahren startete ein FÖJler das Projekt, eine Kamera aufzustellen, und die Wanderdünen jede Woche zu fotografieren. Dieses Projekt, was seitdem weitergeführt wurde, ermöglichte nicht nur eine beeindruckende Darstellung der Bewegung für das Naturgewaltenzentrum, sondern ist auch Grundlage für weitere Forschungen.
Das Land will die Gelder für das FÖJ jetzt jedoch weiter kürzen. Peter Harry Carstensen (CDU) hatte bereits angekündigt, dass er die freiwilligen Leistungen des Landes auf den Prüfstand stellen wollte. Nun ist der Landesrechnungshof zu dem Ergebnis gekommen, dass Schleswig-Holstein mehr zahlt als andere Bundesländer und die Gelder deswegen kürzen will.
Einwände der Träger, dass in anderen Bundesländern das Betreuungs- und Verwaltungspersonal vom Land übernommen wird und dass dort auch zusätzliche Fördergelder aus der EU vorhanden sind, bleiben ungehört. Die Jungendlichen wären nicht mehr in der Lage, ihren Lebensunterhalt zu bezahlen – das FÖJ würde zu einer Einrichtung nur für Reiche werden.
Auch den Einwand, mehr schleswig-holsteinische Landeskinder und Jugendliche mit geringem Schulabschluss auszuwählen hält der Husumer Biologe Rainer Borcherding für nicht nachvollziehbar. „Die Universitäten haben auch keine Auflage, Abiturienten aus Schleswig-Holstein zu bevorzugen“, sagt er und verweist darauf, dass die Bindung der Jugendlichen an diese Region meist ein Leben lang hält und sie immer wieder zurückkehren, ob für Ausbildung, Studium oder im Urlaub. „Man braucht auch nicht viel Vorwissen, um sich für das Freiwillige Ökologische Jahr zu bewerben“, erklärt Borcherding weiter, „aber Haupt- oder Realschüler sind meistens einfach noch zu jung. Minderjährige können weder die Verantwortung bei einer Wattführung übernehmen, noch kann ihnen ein eigener Haushalt ohne besondere Betreuung zugemutet werden.“
Würden die Mittel wie angekündigt gestrichen, fielen ein Drittel der Stellen für das Freiwillige Ökologische Jahr weg – ihre Arbeit bliebe damit unerledigt. „Am meisten stört mich, dass die Arbeit der Jugendlichen so wenig Wertschätzung erfährt“, bedauert Marion Sellier. „Für sie spielt das Geld keine Rolle, sie kommen mit der geringen Entschädigung über die Runden. Aber in ihre Arbeit stecken sie ihr ganzes Herzblut, sie setzen sich für etwas ein, was ihnen wichtig ist. Die Förderungen an dieser Stelle einzusparen – um an anderer Stelle internationalen Firmen Steuergeschenke zu machen – heißt in erster Linie diese jungen, engagierten Menschen zu demotivieren. Sie wollen etwas für die Natur und die Gesellschaft tun, aber statt ihr Engagement und ihre Begeisterung zu fördern, zeigt ihnen das Land durch die Kürzung der Mittel nur, dass ihm die Arbeit der jungen Menschen nichts wert ist.“
Homepage: Marion Sellier, MdL
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