Geschichte: Archiv 2017

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AK Geschichte/Kultur

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Fr, 24. August, 16 Uhr
Rundgang "Revolution
und Bürgertum"
(vgl. rechts)


Die Treffen sind öffentlich,
so weit nicht anders
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willkommen.

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Archiv 2017

Landespolitik mit Vergangenheit.

Kontinuität im Landtag nach 1945

Vortrag von Prof. Dr. Uwe Danker,
Institut für Zeit- und Regionalgeschichte der Europa-Universität Flensburg,

Do, 30. November, 19 Uhr

Emma-Sorgenfrei-Forum, Gewerkschaftshaus Kiel, Legienstr. 22

Uwe Danker stellte die Studie des Instituts zur NS-Vergangenheit von Abgeordneten des schleswig-holsteinischen Landtags, der Landesregierung und der führenden Köpfe der Landesverwaltung nach 1945 vor.

Schon 1954 notierte Landesminister Dr. Pagel in seinem Tagebuch, er sei der einzige im Kabinett ohne NS-Vergangenheit. Die Frage, wie es bei den Gewählten insgesamt mit dieser Vergangenheit aussah, wurde damals jedoch öffentlich nicht gestellt. Erst 2013 beschloss der Landtag einstimmig, eine entsprechende wissenschaftliche Studie in Auftrag zu geben. 2014 erhielt dafür das IZRG den Zuschlag, 2017 legte es sein Ergebnis vor.

Uwe Danker und seine MitarbeiterInnen erarbeiteten eine Systematik, nach der die zu untersuchende Personengruppe eingegrenzt und analysiert werden konnte. Sie berücksichtigt nicht nur aktiv Beteiligte, sondern auch von Verfolgung Betroffene und solche, die sich fern hielten und unauffällig blieben. Gegenstand der Studie sind also Personen aus allen Landesteilen und allen Parteien. Jeden einzelnen Fall von Betroffenheit im Detail aufzuarbeiten, hätte ihren Umfang überschritten. Auch so ergibt sich jedoch ein Bild davon, wie weit die Zukunft des Landes Schleswig-Holstein von der Vergangenheit des politischen Führungspersonals zwischen 1945 und ca. 1970 beeinflusst war.

Nach dem Vortrag gab es von den ca. 30 ZuhörerInnen zahlreiche Fragen und Diskussionsbeiträge zu dieser umstrittenen Zeit unserer Landesgeschichte.
 


 Vortrag zur Kinderrepublik

Was haben der berühmte Stummfilmkomiker Harold Lloyd, das Bauhaus in Weimar und die Erfindung eines Comics mit der "Kinderrepublik Seekamp" zu tun? Dies und mehr über die "Kinderrepublik", vor allem über Richard Grune, verriet Rolf Fischer am 3. September 2017 auf Gut Seekamp in seinem Vortrag

"Der Kieler Maler Richard Grune -
Kunst und Pädagogik
in der Kinderrepublik!
"


Besuch in der Kinderrepublik - Zeichnung Richard GruneVor 90 Jahren trafen sich auf dem Gelände in Schilksee über 2300 Kinder aus Deutschland sowie einigen Nachbarländern und lernten, was Demokratie bedeutet. Der Initiator dieses ersten und republikweit beachteten Experiments "Kinderrepublik" war der spätere Kieler Oberbürgermeister Andreas Gayk. Die überaus vielfältige und erfolgreiche kunstpädagogische Arbeit übernahmen die Kieler Künstler Richard Grune und Niels Brodersen. An sie, die heute fast vergessen sind, erinnerte Rolf Fischer mit Worten und Bildern. Die musikalische Begleitung lag bei Ingrid Stegemann, Klarinette.
 

Titel Die rote Kinderrepublik


Im Rahmen der Veranstaltung war auch das Buch "Die Rote Kinderrepublik" (1929) erhältlich, das die Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte dankenswerterweise zum Jahrestag neu aufgelegt hat.


 

Dieser Vortrag schloss die Reihe der Veranstaltungen zum 90. Jahrestag der Kinderrepublik Seekamp ab, die ein Arbeitskreis aus verschiedenen Kieler und Schilkseer Organisationen geplant und durchgeführt hat.
 


Geschichts-Café zur Kinderrepublik

Gerda Waldheim und Theo Sakmirda mit Moderatorin Susanne KalweitZum Geschichts-Café im AWO-Bürgertreff Fockstraße am 22. Juli - der zweiten Veranstaltung zu "90 Jahre Kinderrepublik Seekamp" - waren als Zeitzeugen zur Nachkriegsgeschichte der Kinderrepubliken und der Arbeiterjugend (Rote Falken) Gerda Waldheim und Theo Sakmirda (links, mit Moderatorin Susanne Kalweit) eingeladen.

Ralf Ibs, Vorsitzender des AWO-OV Kieler Mitte, begrüßte als Mitveranstalter die Gäste.

Wieder ab 1946 und noch bis Ende der 1950er Jahre führten die Roten Falken Zeltlager durch. Allerdings hatten sich die Voraussetzungen verändert: Die Spaltung zwischen "bürgerlichen" und "Arbeiter"-Institutionen, wie sie in der Weimarer Republik bestanden hatte, entsprach nicht mehr dem Denken. Außerdem boten andere Organisationen Zeltlager mit anderen Zielsetzungen an. Erziehung zur Demokratie war allerdings weiterhin nötig. Für diejenigen, die teilnahmen, war die Kinderrepublik nach wie vor ein Erlebnis, wie vor allem die Erinnerungen von Gerda Waldheim eindrucksvoll zeigten. Auch für Theo Sakmirda war die Zugehörigkeit zu den Roten Falken von großer Bedeutung; als etwas Älterer sah er jedoch andere Schwerpunkte als das Lagerleben. Gäste des Geschichts-Cafés im AWO-Bürgertreff Fockstr.

Unter den ca. 20 Gästen waren mindestens eine Handvoll, die noch eigene Erinnerungen mitbrachten und von ihnen erzählten, etwa Gerdas Ehemann Fritz Waldheim und die Töchter des ehemaligen Kieler SPD-Sekretärs Otto Engel. Zum Abschluss wurde auch auf Projekte hingewiesen, die ihre Wurzeln mittelbar oder direkt in der Idee der Kinderrepubliken haben, so die Kinderstadt "Sprottenhausen", die die Kieler AWO alle zwei Jahre in den Sommerferien organisiert. Auch dort ist das Ziel, den Kindern das Verantwortungsgefühl für die Führung eines Gemeinwesens zu vermitteln.

Jürgen Weber sicherte als SPD-Kreisvorsitzender zu, dass die Partei sich in Zukunft verstärkt darum kümmern werde, Erinnerungen und Material zu Ereignissen wie der Kinderrepublik Seekamp zu sichern. Nachdem den Zeitzeugen und auch den Spenderinnen des selbst gebackenen Kuchens gedankt war, blieb noch ausreichend Zeit für Gespräche untereinander.

(Fotos: Löwner)

 

 


Was war das - 'Die rote Kinderrepublik'?

Diese Frage klärte am 15. Juli Jürgen Weber (links) für die ca. 60 Interessierten, die im Pferdestall des Gutes Seekamp zusammengekommen waren. Der Historiker beschäftigt sich seit langem mit dem einzigartigen sozialpolitischen Experiment, das 1927 nicht nur vor den Toren Kiels stattfand, sondern hier auch mit entwickelt und vorbereitet wurde. Es verschaffte Kiel in linken Kreisen der Weimarer Republik einen guten Ruf.

Jürgen Weber erläuterte mit vielen Anekdoten, die sich aus den Briefen und Erinnerungen der teilnehmenden Kinder ergaben, die enorme Organisationsleistung, die hinter diesem Zeltlager steckte, den nicht immer problemlosen Ablauf, der die Lösung vieler kleiner und großer Probleme erforderte, und auch die Bedeutung der ersten sozialistischen Kinderrepublik, der bis zum Sommer 1932 noch viele weitere, allerdings regional begrenzte, folgen sollten.

Zum Abschluss seines Vortrags zeigte er den Stummfilm der Nordmark-Film von 1927, der heute im Landesarchiv liegt.

Anschließend wurde der Neudruck des Buches "Die rote Kinderrepublik" von 1929 vorgestellt, den die Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte (GKSt) zum Jahrestag 2017 herausgegeben hat. Er ist demnächst in der Geschäftsstelle der GKSt zu bekommen.

Der Arbeitskreis, der in den letzten Monaten die Veranstaltungsreihe konzipiert hat, war mit diesem schönen Auftakt hochzufrieden.

Publikum im Pferdestall von Gut Seekamp
Publikum im Pferdestall von Gut Seekamp                               (Fotos: Pieper-Wöhlk)


EINLADUNG

Kinderrepublik Seekamp 1927 - 2017

Vorstellung des Programms
vor dem Gutshaus auf Seekamp
und einer Skulptur
des Bildhauers Hans Kock.

 

(Foto: Pieper-Wöhlk).
 

 Im Sommer 2017 ist es 90 Jahre her, dass auf Gut Seekamp bei Schilksee die erste Kinderrepublik stattfand - ein Sommerlager der besonderen Art mit 2.300 Kindern und Jugendlichen. Das Zeltlager sollte in ihnen Verständnis und Begeisterung für die neue republikanische, demokratische Gesellschaftsordnung der Weimarer Republik wecken.

Die Idee wirkt bis heute weiter. Denn die Erziehung zu demokratischer Teilhabe, zu Toleranz und Respekt gegenüber den Mitmenschen ist von ungebrochener Aktualität. Daran erinnerte ein Arbeitskreis aus Interessierten, an dem der AK Geschichte beteiligt ist, mit einer Reihe von Veranstaltungen im Juli und September.

Sa, 15. Juli, 15 Uhr
Was war das - die "rote Kinderrepublik"?
Auftaktveranstaltung mit einem
Bildvortrag von Jürgen Weber
und dem Film zur Kinderrepublik von 1928

Ort: Hans Kock Stiftung, Seekamper Weg 10, 24159 Kiel

Sa, 22. Juli, 15 Uhr
„Geschichts-Café“ mit Gerda Waldheim und Theo Sakmirda
Die beiden waren als Kinder in Kinderrepubliken
der Nachkriegszeit.

Ort: AWO-Bürgertreff, Fockstraße 24-25, 24114 Kiel

So, 3. September, 11 Uhr
„Der Künstler Richard Grune“
Vortrag von Rolf Fischer, Historiker, über
einen vergessenen Kieler Künstler, der an der
Kinderrepublik beteiligt war.

Ort: Hans Kock Stiftung, Seekamper Weg 10, 24159 Kiel

Das vollständige Programm ist zu finden
unter www.kinderrepublik-seekamp.jimdo.com
oder als PDF:     Faltblatt Programm      Plakat


EINLADUNG

Rote Radtour zum Himmelfahrtstag -

auf den Spuren der Arbeiterbewegung Kiels

Mit Bernd Löwner von Kiels "Roten Radlern"

Do, 25Mai 2017, 10.30 Uhr, 
Treffpunkt: Lessingplatz, vor der ehemaligen Lessing-Schwimmhalle

Rote Radler vor 100 Jahren. Slg. W. KüssnerDer Himmelfahrts- oder auch ′Vater′tag ist
traditionell ein Tag der Ausflüge in die
neu erwachende Natur. Der Arbeitskreis
Geschichte der Kieler SPD lädt zu einem
Ausflug der anderen Art ein:
Wir wollen per Fahrrad den noch sichtbaren Spuren der Kieler Arbeiterbewegung in der Stadt folgen.

!Pünktlich um 11 Uhr wird gestartet!

Bernd gibt während der Fahrt Erläuterungen zu Namen von Straßen und
Plätzen, Stolpersteinen und anderen Erinnerungszeichen auf unserem Weg. Die etwa zweistündige Fahrt führt auf das West- und Ostufer. Sie endet am Gewerkschaftshaus. 

Dort kann, wer mag, sich bei einem stärkenden Imbiss weiter austauschen. Natürlich können dann auch diejenigen dazukommen, die aus Termin- oder
anderen Gründen die Radtour nicht mitgemacht haben.

Sollte Regen die Durchführung verhindern, nehmen wir
am Sonnabend, 27. Mai, 

einen zweiten Anlauf!

Einladung als PDF


EINLADUNG

Wir laden ein zum nächsten regulären Treffen des AK Geschichte am

Do, 27. April 2017, 19.00 Uhr,

im Walter-Damm-Haus, Kl. Kuhberg 28-30. 

Wir haben Gerrit Schirmer zu Gast, der seit einigen Monaten bei der Stadt als Referent für Erinnerungskultur arbeitet. Er wird seine Arbeit vorstellen und vielleicht die eine oder andere Anregung aus unserem Kreis mitnehmen.

Anschließend wollen wir darüber reden, wie die Veranstaltungen der Kieler SPD zum 100. Jahrestag des Arbeiter- und Matrosenaufstandes 2018 aussehen können, und Organisatorisches zu den nächsten Projekten zu besprechen. 

Der Termin des Treffens darf weitergegeben werden. Weitere Interessierte sind immer willkommen. 
 


EINLADUNG

Zur Eröffnung der  Ausstellung

"140 Jahre VORWÄRTS"

am Montag, 20. Februar, um 17 Uhr 

luden der Deutsche Gewerkschaftsbund Region Kern
und der Arbeitskreis Geschichte der Kieler SPD 

ins Kieler Gewerkschaftshaus ein. 

DGB-Vorsitzender Frank Hornschu begrüßt.DGB-Vorsitzender Frank Hornschu (links) begrüßte als Hausherr.

Journalist und Autor Michael Legband (unten) gab eine Einführung in die Geschichte des VORWÄRTS und der sozialdemokratischen Presse. 

 

 

 

Der VORWÄRTS, 1876 gegründet als "Central-Organ der Sozialdemokratie Deutschlands", konnte 2016 sein 140jähriges Bestehen feiern. Seine Geschichte wurde immer wieder unterbrochen und von politischen Entwicklungen beeinflusst - vom Verbot unter den Sozialistengesetzen ab 1878 bis zur Unterdrückung durch die Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1945. Aber Presseleute fanden jedes Mal Wege, öffentlich zu machen, was gesagt werden musste - seit 140 Jahren. Jetzt steht er vor der Herausforderung des schleichenden Bedeutungsverlustes, dem das gedruckte Wort in der zunehmend digital bestimmten Welt ausgesetzt ist. Wir sind optimistisch, dass sie auch diese Herausforderung meistert und die Geschichte des VORWÄRTS sich noch viele Jahre fortsetzt.

Die Ausstellung war im Emma-Sorgenfrei-Forum des Gewerkschaftshauses bis zum 3. März zu sehen.

Rede von Michael Legband als PDF

Einladung als PDF