Geschichte: Ein Tag im Juni

Heute 22.06.18

Geschichte
"Die Revolution 1918, Spartakus und Kapp" - ...

Nächste Termine


Fr, 22. Juni, 16 Uhr
Revolutionsrundgang
(vgl. rechts)



Die Treffen sind öffentlich,
so weit nicht anders
angegeben.
Weitere Interessierte sind
willkommen.

Unser Mann im Bundestag 2017-2022!

www.150-Jahre-SPD.de

Webmaster
Ein Tag im Juni

Am 17. Juni 1997 trat Norbert Gansel sein Amt als erster direktgewählter Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Kiel an. Am Tag zuvor hatte er nach 25 Jahren als direkt gewählter Abgeordneter sein Bundestagsmandat niedergelegt. Drei Wochen zuvor, am 26. Mai, war er mit 61% der Stimmen bereits im ersten Wahlgang gewählt worden. 

 

Norbert Gansel wurde am 5. August 1940 in Kiel geboren und wuchs in der Wik auf. Nach dem Abitur an der Hebbelschule leistete er von 1960 bis 1962 seinen Wehrdienst bei der Bundesmarine ab und erlangte den Rang eines Leutnants zur See d.R.  Anschließend begann er ein Studium der Geschichte und Wissenschaft der Politik, der Rechts- und Staatswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, welches er 1969 mit dem ersten Staatsexamen abschloss. Während seines Studiums wurde er Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung. Das Referendariat beendete er 1973 mit dem zweiten Staatsexamen.

 

1965 wurde er Mitglied der SPD, laut eigener Aussage ziemlich spontan als er auf einer Veranstaltung am Bundestagswahlabend meinte, jetzt müsse man eigentlich SPD-Mitglied werden, woraufhin ein Kommilitone gleich für die schriftliche Fixierung sorgte. Vier Jahre später wurde er stellv. Bundesvorsitzender der Jusos.

 

1972 wurde Gansel zum ersten Mal als Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Kiel gewählt. Danach wurde er 1976, 1980, 1983, 1987, 1990, 1994 stets direkt wiedergewählt und erhielt immer mehr als 50% der Stimmen. Er gehörte somit bis zu seiner Mandatsniederlegung fast 25 Jahre ununterbrochen dem Bundestag an. 

 

In der Bundestagsfraktion übte er verschiedene Ämter aus. Bekannt ist aber vor Allem sein Wirken als „Gläserner Abgeordneter“. Gansel hatte keine Nebenjobs und er nahm keine Spenden von Firmen oder Verbänden an und veröffentlichte seine Einkünfte und deren Herkunft auf seiner Homepage. Diese Regelung übernahm nicht nur sein Nachfolger als Abgeordneter, Hans-Peter Bartels, sondern sie wurde auch Grundlage für einen Beschluss der SPD Schleswig-Holstein und Vorbild für viele andere Parlamentarier verschiedener Fraktionen. 

 

Im Rahmen der „Schubladen-Affäre“ 1993 setzte sich Gansel nachdrücklich für die Offenlegung aller Geschehnisse ein, die letztendlich zum Rücktritt des Ministerpräsidenten Engholm führte. 

 

Von 1997 bis 2003 war er dann Oberbürgermeister. Da die Altersgrenze näherrückte, entschied er sich gegen eine erneute Kandidatur. In seine Amtszeit fallen eine Sanierung des Haushalts u.a. durch den Verkauf der Ostseehalle und der Kieler Wohnungsbaugesellschaft, der Bau der Hörnbrücke oder die Erweiterung des Ostuferhafens. Stadtweit erwarb erwarb er eine noch größere Anerkennung und durfte „seien“ THW zu mehreren Meisterfeiern auf dem Rathausbalkon begrüßen. Zu dieser Zeit gehören aber auch heftige Auseinandersetzungen mit der SPD-Ratsfraktion. 

 

Text: Christoph Beeck

Foto: Susanne Kalweit

Quellen: SPD-Geschichtswerkstatt, Wikipedia