Geschichte: Ein Tag im April

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Do, 26. April

KEIN AK Geschichte,
weil um 20.30 Uhr im
Studio im Schauspielhaus
Ein Abend in der Dt. Wacht,
die Auftaktveranstaltung
zum Jubiläumsjahr
100 Jahre Kieler Arbeiter-
und Matrosenaufstand,
wiederholt wird.



Die Treffen sind öffentlich,
so weit nicht anders
angegeben.
Weitere Interessierte sind
willkommen.

Unser Mann im Bundestag 2017-2022!

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Ein Tag im April

Geburtstag von Eduard Adler am 20. April 1861

Eduard Adler wurde vor 152 Jahren in eine Berliner Kaufmannsfamilie hinein geboren. Er studierte u. a. Natur- und Rechtswissenschaften, Nationalökonomie und Philosophie, schloss aber auch eine Turnlehrer-Ausbildung ab. Nachdem die Familie ihr Vermögen eingebüßt hatte, arbeitete Adler ab 1884 als Journalist bei linken und freisinnigen Zeitungen. 1894 trat er der SPD bei. Nach Kiel kam er 1900 als Redakteur, später Chefredakteur der "Schleswig-Holsteinischen Volks-Zeitung" (VZ), bei der er bis 1918 tätig war.

Von 1904 bis 1919 war er Stadtverordneter in Kiel. Sein politisches Interesse galt besonders der Landarbeiterfrage, die in der SPD damals lebhaft diskutiert wurde, und der Nationalitätenpolitik. Er knüpfte Kontakte nach Dänemark, fand dort Freunde wie den Politiker Thorvald Stauning und den Schriftsteller Martin Andersen-Nexö und lernte Dänisch. Bereits 1902 sorgte er dafür, dass sich die schleswig-holsteinischen Sozialdemokraten für eine Volksabstimmung in Schleswig aussprachen. Als die Volksabstimmung 1920 stattfand, gehörte er zu den Begründern des "Deutschen Schutzbundes", der darauf achtete, dass das Selbstbestimmungsrecht der Deutschen im Grenzland nicht verletzt wurde.

In Kiel lebt seit 1949 Eduard Adlers Name in der "Freien Turnerschaft (FT) Adler" fort. Denn die dritte seiner Interessen bildeten Arbeitersport und Jugendbewegung. Schon 1902 übernahm er als Oberturnwart die technische Leitung der „Freien Turnerschaft an der Kieler Förde“, organisierte mit großer Leidenschaft die Bewegung in Kiel 
und hatte maßgeblichen Anteil am Zusammenschluss der Arbeitersportvereine. Über sie fanden viele jungen Genossen und Genossinnen den Zugang zu sozialdemokratischen Ideen. Adler setzte als Kommunalpolitiker den Bau eines Sportplatzes an der Eckernförder Straße durch, heute der Professor-Peters-Platz. Dort steht das Vereinsheim der FT Adler, das Eduard-Adler-Heim.

Von 1920 bis zum Erreichen der Altersgrenze 1926 wirkte er als Landrat in Eckernförde. Danach zog er zurück nach Berlin, wo sich um 1940 seine Spur verlor.

Eduard Adler prägte über Jahre die Kieler Partei, war ihr Spiritus Rector und einer ihrer eloquentesten Redner, auch wenn er zuletzt mit seiner demonstrativen patriotischen Haltung viel Kritik gerade der Arbeiterjugend auf sich zog. Zwischen 1900 und 1920 zählte er zu den herausragenden Köpfen der Kieler SPD.

(Nach: Rolf Fischer, Mit uns die neue Zeit! Kiels Sozialdemokratie im Kaiserreich und in der Revolution. Ludwig, Kiel 2013)