Geschichte: Erinnerung an eine bewegte Zeit – Rolf Fischer über "Kieler Köpfe"

Standort: Startseite
Nächste Termine


Fr, 26. Oktober, 19 Uhr
So, 28. Oktober, 17 Uhr

WOMEN of AKTION!
Ein Theaterstück zur Revolution
in Kiel in engl. Sprache mit dt.
Info-Material
Ort: Technische Marineschule,
Arkonastraße 1

Do, 29. November, 19 Uhr
Treffen des
AK Geschichte/Kultur,
Walter-Damm-Haus


Die Treffen sind öffentlich,
so weit nicht anders
angegeben.
Weitere Interessierte sind
willkommen.

Unser Vertreter im Bundestag 2017-2022!

www.150-Jahre-SPD.de

Webmaster
Erinnerung an eine bewegte Zeit – Rolf Fischer über "Kieler Köpfe"

Veröffentlicht am 20.08.2013, 22:45 Uhr     Druckversion

Emma-Sorgenfrei-Forum im Gewerkschaftshaus (Foto: skw)

Im Rahmen der Veranstaltungen zu 150 Jahre SPD stellte Rolf Fischer mit einem Vortrag im Kieler Gewerkschaftshaus herausragende Köpfe der Partei aus den Jahren 1900 bis 1920 vor. Der Übergang vom Kaiserreich durch 1. Weltkrieg und Revolution bis zur demokratischen Republik war eine sehr bewegte Zeit, in der die Kieler SPD zum ersten Mal politische Verantwortung in der Stadt übernahm.

Der Vortrag wurde illustriert durch eine von Regina Selke zusammengestellte Fotopräsentation.

Kiel als Großstadt zog immer mehr junge Arbeiter an, die oft auf den Werften und in der Zulieferindustrie Beschäftigung fanden. Da sie sich von den bürgerlichen Parteien nicht politisch vertreten sahen, organisierten sie sich in den drei Säulen der Arbeiterbewegung: Partei, Gewerkschaft und Konsum/Genossenschaft. Es entstand in Kiel das klassische proletarische "Milieu", in das sich die ausgegrenzten Arbeiter zurückzogen.

Eduard Adler, Wilhelm Poller, Wilhelm Brecour oder Edmund Söhnker gehörten zu den bekanntesten Sozialdemokraten der Stadt; Carl Legien errang erstmals das Reichstagsmandat für Kiel. Heute fast vergessen sind die sehr aktiven Sozialdemokratinnen wie Helene Grünig, Luise Andratschke oder Emma Sorgenfrei, die sich aktiv engagierten, obwohl Frauen politische Betätigung bis 1908 verboten blieb.

Sich den Alltagssorgen der Kieler Arbeiterinnen und Arbeiter zu widmen, die ganz konkrete Not z.B. in der Kriegszeit zu mildern, gleichzeitig politische Anerkennung zu erreichen (gleiches und freies Wahlrecht für alle, Pressefreiheit oder Arbeitnehmerrechte) - das waren die Ziele der Kieler SPD. Pragmatisch und bürgernah organisierten die Kieler Genossen ihre politische Arbeit, die bis 1920 auch bei Wahlen immer erfolgreicher wurde. Selbst die Spaltung in SPD und USPD konnte der traditionell agierenden Sozialdemokratie nichts anhaben. Die Abgespaltenen blieben immer eine Minderheit. Kiels Sozialdemokraten führten in den schwierigen Jahren zwischen 1900 und 1920 die Stadt solidarisch und immer um Ausgleich bemüht.

Ca. 35 Interessierte waren gekommen, um sich für zwei Stunden mit einem interessanten Abschnitt der Geschichte der Kieler Sozialdemokratie zu beschäftigen. Der Vortrag wurde vom Offenen Kanal Kiel mitgeschnitten und wird dort demnächst gesendet.


Kommentare
Keine Kommentare